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Der Hansabund / von Gustav Gallois
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312
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Die Holländer.

s4. Abschnitt.

Charakterisirung der Zeitverhältnisse gefunden haben: „Die Holländerwaren bereits durch ihre kühnen, keine Gefahr scheuenden HandelS-unternebmungen, durch eigene Kraft, zu einer Macht erstarkt, als dieberühmte Katastrophe unter der spanischen Herrschaft eintrat. EinVolk, welches im eigentlichen Sinne im Schweiße seines Angesichtsseine tägliche Nahrung durch anhaltende Arbeiten zu Lande und zurSee verdient, läßt sich nicht leicht seine Freiheit nnd seine durch laugenKampf lieb gewordenen einfachen Sitten nehmen. — Die reichste undmächtigste Nation Europa's, welche soeben das Primat in Europa be-kleidete, mußte dem kleinsten Volke ihre Ohnmacht bezeugen. Hollandmußte unter solchen Umständen bald eine Seemacht ersten Ranges wer-den. Wen hatte es zu fürchten? Die Seemacht der Hansa war nichtmehr. Die Hansa hatte die kriegerischen Demonstrationen aufgegebenund suchte durch kluge Unterhandlungen ihr Ziel zu erreichen. Englandvereinte die Noth mit Holland, Doch wurde die Lage der Hansastädteeine sehr peinliche. Entweder mußten sie entschieden auf die Seite desKönigs von Spanien treten, und dann war ihr Handel in der Nordseeverloren, oder sie mußten auf die Seite der Holländer treten, und dannging der einträgliche Handel mit Spanien unfehlbar zu Ende. Spa-nien sah bald ein, daß ohne Flotte an keine Unterwerfung Holland's zudenken sei und so entstand die auf so geheimnißvollc Weise beschaffteAusrüstung der großen unüberwindlichen Flotte. Der Ausgang ent-schied für die Holländer. Nun konnte ihnen der Handel in der Ostseeauch nicht mehr gewehrt werden. Alles, was die Hansa thun konnte,war, durch Unterbandlungen mit den Landesfürsten die Ausfuhr desKorns zu verhindern und so mittelbar die Holländer zu nöthigen, dasKorn aus den Hansastädten zu kaufen. Mit Gewalt konnte nichts aus«gerichtet werden. Dagegen versuchten die Holländer den Schleichhandelan den Küsten (wie die Erlasse der meklcnburgischen Fürsten aus denJahren 1579, 1589, 1590 gegen die von den Holländern besuchtenKlipphäfen, zu denen aber auch Fehmarn, Ditmarschen und Danzigzählten, beweisen). Amsterdam wurde bald der Hauptstapelplatz in Eu-ropa, Antwerpen sank oder blieb höchstens ein Depot für den hansischenHandel." (Hamburg zog 1847 vom Oesterlinger Haus in Antwerpennoch 3000 Mark Revenüen.)