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Meteorologia philosophico-politica, das ist, Philosophische und politische Beschreib- und Erklärung der meteorischen oder in der obern Lufft erzeugten Dinge / in zwölf zerschiednen aus meteorologischen Fragen und politischen Schluss-Reden bestehenden, wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen sonderbahren Fleisses ehedem verfasst durch ehrw. P. Franciscum Reinzer, S.J.AA.LL. & phil. D. & Prof. ord. in Gymn. Lincensi &c.
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101
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge. 10¹

Unmaͤſſiger Gewalt mag niemahl lang beſtehen;Und wer Tyranniſch herrſcht/ wird plotzlich untergehen.

Die V. rage.

Von der Vorbedeutung und denen Wuͤrckungender Cometen.

I Achdem wir bißhero die Arten/ Geſtalten/ Urſachen und Eigenſchafften der Cometen er-

54 zehlet und abgehandelt; ſo wollen wir anjetzo auch ihre Bedeutung vor die Hand neh-

W men: Und ob zwar bißhero durchgehends unter denen Gelehrteſten ſowohl Weltwei-

ſen/ Stern⸗Sehern/ Geſchicht⸗Schreibern und Poeten/ als nicht minder Sitten⸗Leh-

rern/ und Theologis diejenige Meynung angenommen worden/ die einer aus den neuern Poe-en in dieſen Verſen vorgetragen:

Uuda, fames, Ignis, contagia, prælia, motusTerræ, Regnorumque vices poſt funera Regum:Hac ſunt, quæ ſignat cœli tibi, munde, cometes.

Feur Hunger/ Waſſerflut/ Krieg Kranckheit/ boͤſe Seuchen/Erſchůtterung der Erd/ der Reiche Stůrtzens⸗Seit;

Sodann der Koͤnige und groſſer Herren Leichen:

Seynd Ding/ die ein Comet dir zeiget/ und bedeut.

So wollen ſich doch erſagter einhelligen Meynung einige Neulinge beedes in dem abgewiche-nen/ und dann in gegenwaͤrtigem Jahrhundert aufs hefftigſte widerſetzenz und beſtreiten: Dieometen ſeyen Coͤrper/ welche durch gantz naturliche Krafft aus dem Schooß der fruchtbarenatur in der oberſten Himmels⸗Gegend herfuͤr kommen; oder ſie ſſeyen der Welt gleieh alte/and mit ſelbiger zugleich erſchaffene Geſtirne die zu keinem andern Ende/ als zur Zierde undAusſchmuͤckung der Welt/ zur vielfaͤltigen Vermehrung der Geſchoͤpffe/ und zur Ausbreitungttlicher Ehre ohne einige Verwandtnus mit denen untern und irrdiſchen Dingen/ herfargebracht wordeni dahero auch niemahlen etwas traurigers oder widerwaͤrtiges vorbeditten haͤt-den; ſondern es ſeye nur ungefehr geſchehen/ daß ſie alsdann geſchienen/ wann in der unternelt unglückliche Faͤlle(die anderwaͤrtsher/ ſo auch gleich der Comet nicht waͤre geſehen wor-en/ ihren Urſprung genommen) ſich zugetragen. Was dißfalls unſere Meynung ſeye/ wollenwir in nachfolgenden Paragraphis oder Abſätzen kuͤrtzlichen erklaͤren:Du H. 1. Die Cometen/ die in der Lufft erzeugt werden/ konnen natuͤrlicher Weißůrre deß Erdbodens/ Winde/ Erdbeben/ Hunger und Peſtilenn bedeuten; Urſache:ceilen ſie anzeigen/ woraus ſie beſtehen/ und worzu ſie wieder werden. Sie beſtehen er auskeler groſſen Menge truckener Ausduͤnſtung; und auf die Truͤckne folget die Feld⸗Unftuchtbar-eit; indeme die Erde wegen Ermanglung der Feuchtigkeit die jaͤhrliche Fruͤchte nicht hervorringen kan: Worauf ſodann Theurung/ Hunger/ und endlich die Peſtilentz theils wegen deßthen enden Dunſtes der ausbrennenden Materi/ dardurch die Menſchen vergifftet werden;lde wegen allzuhefftiger Austrucknung der Leiber/ und Verzehrung deß Lebens⸗Balſams(ſogichtlich bey dem Menſchen eine une dn verurſachet) ſich einzufinden pflegen: Es ergeben5 auch alsdann Uberſchwemmungen/ Austrettung der Waſſer/ und Erdbeben: Dann dertel ech und Dampf der ſich wann der Comet ausgebrannt, allenthalben in die Lufft ausbri-8 ct und vermehret die Winde uͤber Gewohnheit; die Winde aber erregen das Meer/ ſo0 nicht nur Schiffbruͤche/ ſondern auch ſchaͤdliche Überſchwemmungen erfolgen; welchecla nicht minder die Erde mit groſſem Gewalt erſchuͤttern/ wann ſie ſich in derſelben ver-Jed zeffen und gleichſam eingeſperrt werden. Und dieſe Beweiß⸗Gruͤnde ſeynd von allen undech eiten her mit traurigen Exemplen uͤberflͤſſig beleuchtet Dann alſo hat Anng ne.len) tree Anſtellung ber Lufft eine ſo groſſe Menge Heuſchrecken den Erdboden uͤberfal-14, wann ſie ſich in die Joͤhe erhoben/ die Sonne gleichſam verünſtert worden. Annchte iſt das Meer unter der Regierung Theodoſũ Secundi, nachdem der damalige Tomel ver-den Inden/ auf das feſte Land ausgetreten/ und hat daſſelbe grauſamlich uͤberſchm nmel. 34ein eiten Anaxagoræ, hat dergleichen Ungluͤcks⸗Stern 7. e esche und iſt zuletzt inlo erſchroͤckliches Ungewitter ausgebrochen/ daß dez entfelche turmwind ein Felſen⸗Stuͤck3 in