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Meteorologia philosophico-politica, das ist, Philosophische und politische Beschreib- und Erklärung der meteorischen oder in der obern Lufft erzeugten Dinge / in zwölf zerschiednen aus meteorologischen Fragen und politischen Schluss-Reden bestehenden, wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen sonderbahren Fleisses ehedem verfasst durch ehrw. P. Franciscum Reinzer, S.J.AA.LL. & phil. D. & Prof. ord. in Gymn. Lincensi &c.
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231
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge. 231

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5 Achte Kbtheilung.

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Von denen waͤſſerigen Meteoren auf der Er-10 den; und zwar erſtlichen inſonderheit von

10 dem Meer.

5% i Meld d iſſerigen in der Lufft entſte-e N enden lierearen gethan worden: beßwegen bie delt emnert daß wir

0 auch zu denjenigen ſchreiten/ die innerhalb der Erden ihren Urſprung nehmen:/ As da ſeynd/ nach des Ariſtotelis Meinung/ die Fluͤſſe/ Bruñ⸗Quellen/ Seen/jen warme Baͤder/ und andere dergleichen Waſſer⸗Wunder: In dieſer gegen-

y wärtigen Abtheilung aber ſolle alleinig von dem Meer gehandelt werden:

Iſt daheroMie I. Wrage.

Was das Meer ſeye? wie es getheilet werde? und wasſelbiges fuͤr Nahmen habe?

n 955.i 4 As Meer iſt weder eine Thraͤne vom Saturno, wie die Pythagorici getraͤumet; noch, ein Erden⸗Schweiß/ nach des Anaxagoræ und Empedoclis ſeltzamen Meinungen;noch auch ein von dem unterirrdiſchen Feuer erhitztes/ und mit vielem Schweiß be-d floſſenes Thier/ wie Keplerus gedichtet. So kan man auch des Dio genis ſeinen Ge-decken nicht wohl Beyfall geben/ welcher davor gehalten; es ſeye der gantze Raum und Platz/8 r die Erde umfangt/ im Anfang feucht/ und mit Waſſer angefüllt geweſen/ hernach aber dur0 Sonnen⸗ Hitze ausgetrocknet worden/ und deſſen groͤſter Theil ausgedaͤmpffet; daszenige 0tagen, ſo davon uͤbrig geblieben/ ſeye anitzo das Meer/ und ein folglich das Meer⸗Waſſer eindeſebleibſel der erſten Feuchtigkeit. Allein es erhellet aus dem angefuͤhrten von ſelbſten/ daßſſes in puren Fablen beſtehe.Je. 9. 2. Das Meer iſt das Element des Waſſers ſelbſten/ ſo Anfangs auf einerſende der Erden beſonders ſich befunden. Daſſelbe ward gleich im Anfang der Welt ſelb-90h von GOtt erſchaffen; doch alſo daß es erſtlich den gantzen Erd⸗Klumpen allenthalben um-af; nachgehends aber am dritten Tag der Erſchaffung denjenigen Ort/ den es noch behaͤlt/N Goͤttlichen Befehl an Almen d Woraus offenbahr iſt/ daß die materialiſche Urſach desindes die von GOtt am Anfang der Welt erſchaffene Waſſer ſeyen/ worzu auch die Bronnende lͤſſe gehoͤren; dann alle Fluͤſſe kommen aus dem Meer; und obſchon ein Fluß in den an-Fal ſich ergießt/ ſo fallen doch endlich alle wieder in das Meer; welcher eben der Predigerdoi omo auch bekraͤfftigt in ſeinem 1. Cap. wann er ſpricht: Alle Waſſer lauffen ins Meer;1 0 wird das Meer nicht voller ꝛe. Die wuͤrckende Urſach aber/ mittelſt welcher daſſelbe in ei. Cort zuſammen geſammlet worden/ iſt GOtt: dann Er hat/ wie im erſten Buch Moſe amSa. zuleſen/ das Waſſer unter dem Himmel an ſondere Oerter e und ſolche.,

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ag ung der Waſſer Meer genennet.,, Seine Form hergegen beſtehet in nichts anderem/Föbe erlibeſagter Sammlung der Waſſer; auch in dem beſtaͤndigen Ab und Zulauff oder derub 1 und Fluth; und das die Wellen an das trockne Land anſchlagen/ und doch daſſelbe nichtſchwemmen) ſondern immer denen vorgeſteckten Graͤntzen ſich enthalten. öWag an moͤchte aber hier aus dem anderen Capitel des erſten Buchs Moſe einwenden;1 allda geſchrieben ſtehet(dann GOtt der HErr batte noch nicht regnen laſſen auf Erdenzun