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Meteorologia philosophico-politica, das ist, Philosophische und politische Beschreib- und Erklärung der meteorischen oder in der obern Lufft erzeugten Dinge / in zwölf zerschiednen aus meteorologischen Fragen und politischen Schluss-Reden bestehenden, wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen sonderbahren Fleisses ehedem verfasst durch ehrw. P. Franciscum Reinzer, S.J.AA.LL. & phil. D. & Prof. ord. in Gymn. Lincensi &c.
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150
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Trakt. s.Meieor.cap. 2.

Ariſt. l. a.Meteor.cap. 2.

50 Philoſophiſche und Politiſche Beſchreibung

Urſtaffen/ deß Schweffels/ deß Saltzes und deß Waſſers. Dieſe dreys ſeynd dieMutter/ welche die Winde gebaͤhrt. Und weiter unten: Ihr ſehet/ daß das Waſſet/ſo in einem Hafen ſiedet/ einen Wind von ſich giebet. ꝛc. Eben alſo thut auch der ſen-rige Vulcanus/ ſo in denen Sternen ſich auf haͤlt; und machet ſeiner Natur nach dieſe drey Ulrſtaſfe auf ſteden; woraus alsdann der Wind entſtehet. Allein/ wer ſiehetnicht/ dar ſolches Lappen⸗Poſſen ſeyn. 1

Ariftoteles und die Peripatetici lehren insgemin; daß die Materi der Winde in einerwarmen und trucknen Außduͤnſtung beſtehe; Die Conimbricenſer aher wollen beglaubt ma-chen; Diß ſeyen keine pure ſondern zuweilen und In öffters mit, Daͤmpffen vermiſchte Auß-duͤnſtungen: Welche Meynung ich auch meines Orts um folgender Beweiß⸗Gruͤnde willenfuͤe wahrſcheinlicher achte; Nemlichen,..

6 1. Die Matern der Winde wie Ariſtoteles darfuͤr haͤlt/ beſteht in einer warmen und trucknen Außduͤnſtung: Und zwar darum Erſtuchen: Weilen die Winde imFruͤhüng und Herbſt/ da die Außduͤnſtungen am haͤuffigſten hervor kommen auch am meiſtenverſpuͤhrt werden. Zweytens: Weilen die Winde fruͤh⸗morgends/ wann die Sonne aufge

et/ ſich regen; angeſehen alsdann die Außduͤnſtungen der Menge nach aus der Erden her-färtrechen: Deßwegen werden auch von denen Schiffern bey denen Vorgebuͤrgen und denenUfern um der aus dem nechſtgelegnen Land ausgehenden Duͤnſte willem ſehr hefftige Windeverſpuͤhret: allermaſſen dann Chriſtophorus Columbus daher wohl geurtheilet/ daß jenſeitdeß Atlantiſchen Oceans/ oder groſſen Welt⸗Meers/ noch ein Land ſeyn muͤſſe/ weilen vondorten her groſſe Windefangeſtuͤrmet. Zu Oviodun in Frauckreich findet ſich in einem Bergeine Hoͤhle/ woraus ohne aufhoͤren ein ſtarcker Wind wehet/ und denen Benachbarten ſehrbeſchwerlich faͤlet: ſo daß ſie einsmahls dieſem verdrießlichen Ubel abzuhelffen die Hoͤhle zuge,mauret: Allein/ die Mauer ward in kurtzer che nieder geworffen; und der Wind fienge an/nur deſtohefftiger zu wuͤten. Wann der Schnee beginnet zuſchmeltzen/ ſo entſtegen gleichfallsWinde: Dann es bekommt alsdann die trockne/ unter dem Schnee vermiſchte Außduͤnſtungdardurch Platz und Gelegenheit ſich heraus zu dringen. Drittens: Weilen die roth⸗feurig-Farbe an dem Himmel/ der Sonne/ dem Mond und denen Wolcken keiner andern Urſacheunge Winde bedeutet/ als daß ſie anzeiget; die Lufft ſeye mit rauhigen und duͤrren Außduͤn,tungen haͤuffig angefuͤlt: Weßwegen auch die Cometen auf ſtarcke Sturm- Winde, ziehlenindeme ihre Flamme von haͤuffigen zuſammen geſetzten Außduͤnſtungen unterhalten und ernaͤh-ret wird. Vierdtens: Weilen die Winde außtruͤcknen; und zwar dahero daß ſie aus elner warmen und trockenen/ nicht aber fetten Materi(dann ſonſten wuͤrde ſich dieſelbe entzůlnden) beſtehen. Und erzehlet P. Schottus, daß/ wann e Panormo in Sicilien der Wind/ denſie allda Sirocco heiſſen/ und der aus dem Africaniſchen Meer durch die in der mittellaͤndſchen See liegende Inſulen dorthin kommet/ zu wehen beginne/ die Leute vor Hitze und Truͤckne die Zunge aus dem Mund hervor thun/ alle? enſter und Thuͤren an ihren Haͤuſern vel,ſchlieſſen/ ſich an dunckle mit aſſer beſprengte Oerter begeben/ und allda halb verſchmachteſich aufhalten muͤſſen. Fuͤnfftens: und fuͤrnemlich; wellen man nicht ſiehet/ warum deWind/ wie ich unten im dritten g. vermelden werde in einer bewegten Lufft; und nicht autin dergleichen bewegten Außduͤnſtungen/ ſowohl wann die Daͤmpffe mit vermenget/ als auwann ſie nicht untermiſcht waͤren ſolte beſtehen koͤnnen.

9. 2. Die Nlatert der Winde beſtehet nicht allzeit aus einer pur trocknen undwarmen Außduͤnſtung; ſondern ſie iſt auch mit einem feuchten Dampff untermenget.Dann Erſtlichen/ weiß maͤnniglich/ das die Winde zu weilen feucht ſeyen. Fum andwehen ſie offtmahls einen gantzen Monat hindurch von dem Meer her: Und ob ſchon daſſelbeaus ſich ſeloſten wegen der Erdiſchen Vermiſchung(davon ſeine Saltzigkeit genugſam Zelnuß giebet) auch Duͤnſte auslaſſen kan; ſo iſt doch nicht wahrſcheinlich/ daß derſelben eine 5groſſe Menge daraus herkommen ſolte. Jum dritten; Können aus eben der Urſach/ we⸗.cher wegen die von der Sonne aufgezogene Außduͤnſtungen ſich ſchregshin bewegen/ auch 51Daͤmpffe ſchreghin getrieben werden/ und alſo einen Wind oder ein blaſen verurſachen. 5bvierdten: Weilen gemneiniglich auf einen Regen ein Wind zu folgen pfleget; wann nemlichaus der befeuchteten Erde viel Daͤmpffe aufſteigen. Und endliche wann die Außduͤnſtung un Nder Dampff nicht der Winde Materi waͤren/ ſo wurde man keine Urſachen anzeigen moͤgen

warum zu gewiſſen Jahr⸗Zeiten die angenehme Hunds⸗Taͤg⸗Lͤfftlein/ und andere gewohnli

Winde aus gewiſſen Gegenden herkaͤmen und entſtuͤnden. ˖9. 3. Es kommt mir glaublich vor/ daß auch offt die Winde nur allein in d

Bewegung der Lufft beſtehen: Dann Erſtlichen gehet an gewiſſen Orten ohnaufpöte

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