Band 
Erster Band.
Seite
115
JPEG-Download
 

Kirche zu Wusterwiß. n;

tung zu bewahren, hatte man in den Leib eineMit aromatischen Sachen geschwängerte Bourrsvon Kratzwolle, oder Rehhaare, oder etwas der-gleichen, gestopft; ich bereuete, nachdem das Ge-wölbe schon wieder zugemauert war, zu spat,nicht ein Stück von diesem Stoffe mitgenommenzu Haben, weil ich gerne von Chemikern, oderandern der Sache Kundigen hatte erfahren mö-gen, obwohl dieser balsamische Stoff der nämli-che sey, dessen sich die Aegyptier bedienten, oder-er nämliche, der heutiges Tages zur Embalsa-mirung verstorbener großer Herren gebrauchtwird. Man weiß nichts von den Personen,welchen diese Leichname zugehört haben: nur ver-sichert man, daß sie schon seit mehr. als zwey-hundert Jahren in dieser Gruft liegen. Es sindin derselben auch noch eine Menge Sarge vonverschiedener Form und Materie: einige darun-ter sehr reich ausgezieret,und mit ziemlich unle-serlichen Jnnschriften versehen. Es schien mitaber nicht der Mühe werth zu seyn, eine nähereUntersuchung darüber anzustellen.

In der Kirche selbst hingegen sahe ich baldNach meiner Ankunft etwas weit merkwürdige-res und kostbareres: nämlich ein Alcargemaldevon so hoher Kunst und Schönheit, daß ich mirnicht bewußt bitt, selbst in Italien viele solcheMeisterstücke in Kucken gesehen zu haben. Obes gleich jetzt nicht mehr in Wuftrrwitz zu sehenH 2 ist,