Band 
Erster Band.
Seite
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l l 6 Merkwürdige Gemälde.

ist, so kann man mir dennoch, weil es mir nun-mehr selbst zugehörct, eine kurze Beschreibungzu gut halten. Diese Malcrey bestehet eigent-lich in drey Stücken, die verschiedene Gegenstän-de vorstellen; denn zwo Flügelthüren bedeckendas Hauptgemalde, und sind auch mit Male-reyen auf Leinwand inwendig überzogen. Jenesstellet Christum am Kreuze vor, zu dessen Rech-ten die Maria, zur Linken Johannes stehen.Der Kopf des Christus hat einen unnachahm-lichen Ausdruck, und die Köpft der beyden an-dern Figuren sind überaus einnehmend. ImGrunde ist eine schöne Landschaft, und das Hol;des Kreuzes, der Todtenkopf am Fuße desselben,Mit einem Worte, alles ist nach der wahrestenNatur vorgestellt. Von den Seitengemaldenstellet das eine die Errichtung der ehernen Schlan-ge vor, und der Maler hat eine besondere Ge-schicklichkeit in der Anordnung gezeigct, indemer zwölf große und kleine Figuren in einen sehrschmalen Raum ohne Verwirrung zu bringengewußt hat. Von diesen Figuren fallt der Mo-ses am vortrefflichsten in die Augen. Er istvollkommen nach Raphaels Geschmacke gemalt,und wäre diese Figur allein, so würde man sichkeinen andern Meister zu nennen einfallen las-sen, die übrigen Figuren sind deswegen nichtunwürdig jener Gesellschaft zu leisten, und einigeKöpft sind ebenfalls vortrefflich.

Das