Band 
Erster Band.
Seite
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Sitten der Cassuben.

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das in kleinen Falten auf dem Wirbel zusammen-gezogen wird, und eine Art Haube vorstellet.

Von den Sitten der Cassuben habe ich nichtdiel besonderes erfahren können; diese Leute glci- !chcn schon sehr den gemeinen Pohlen, sie machen 'viele niederträchtige Verbeugungen, küssen, um-fassen die Knie u.d.gl. sind aber falsch und auf-rührerisch, da hingegen ihre pommcrischenNach-barcn, ohne viele Komplimente treuherzig die !Hand reichen, es aufrichtiger meynen und ihrenHerren redlicher zugethan sind. Eine eigene Ge- iwohnheit unter ihnen ist, daß die jungen Leute,welche sich in einem Jahre verheyrathen wollen,diese Feierlichkeit alle auf einen Tag begehen,der mchrcntheils der St. Dionysiustag ist, undda viele Dörfer zusammen nur eure Kirche haben,wie z. B. vierzehn Dörfer zu dem einzigen Kirch-spiel Glowitz gehören, so ist wie leicht zu erach-ten, der Ausammenlauf an diesem Tage merk-würdig. Es ist der Gebrauch, daß ein Mäd-chen am Tage der Hochzeit dem Gutsherrn vonihrer Arbeit, ein großes Paar wollene, zotticht ge-fütterte Handschuhe ohne Finger, überreicht, dieseHandschuhe sind von weißer Wolle, die Stülpenaber sind mit Wolle von verschiedenen schönenFarben, nach einem musaischen Muster durch--würkt. Dieses kleine Volk hat noch seine eigeneSprache,darin» geprcdiget wird, und worinn auchAndachtsbüchcr gedruckt werden. In der noch un-

gcbruck-