Sitten der Cassuben. r; 9
gedruckten, oben erwähnten hcylerischen Chro-nik, soll im zweyten Kap. etwas zum Lobe dieserSprache vorkommen *), doch ist sie wahrschein-licher Weise, nur ein verdorbener Dialect desEclavonischcn. Die Cassuben verstehen die Poh-len ziemlich wohl, hingegen haben diese einigeMühe die Cassuben zu verstehen. Der Koch desGrafen, der in der Laußnitz, wo viel wendischgesprochen wird, gcdienet hatte, konnte viel vondem Cassubischen verstehen, Uobrigcns ist diegroße Verschiedenheit dieser Sprache vom Deut-schen dem Adel, welcher Güter in Cassubischenhat, unangenehm: daher die Gutsbesitzer allesmögliche, aber bisher ohne sonderlichen Erfolganwenden, um das Deutsche allgemein einzufüh-ren, und das Cassubische zu verbannen. Sielassen in der Kirche sogleich nach der cassubischenPredigt auch eine auf Deutsch halten, welcherdie Unterthanen ebenfalls beywohnen müssen, aufDeutsch allein aber kann noch nicht gepredigt wer-den, weil viele von dieser Sprache noch gar nichtsverstehen. Nach und nach wird dennoch, wahr-scheinlicher Weise, die gewünschte Veränderungerfolgen, theils, weil sich die Cassuben je mehrund mehr mit den Pommern vermischen, theils,weil aus Anlaß der Urbarmachung des Moor-
und
*) G- D- «Velrichs fortgcs. hisr. dipl. Beytrage