I -o Eröffnung des Reichstages.
Zleitung Herrn Grolls, eines vortrefflichen Ge-sellschafters bey solchen Gelegenheiten, weil ersehr geliebt und bekannt ist, und einem neugie-rigen Fremden jeden Großen zu nennen weiß.Wir blieben eine kurze Zeit unter einem großenTrosse in dem Saale vor des Königs Zimmern,dem Fürsten Radzivill, Kastellan von Wilna,und dem Bischöfe von Cujavien, Joseph Ry-binsky, vorstellte. Für des erstem Gemahlin,die aber in Wochen lag, hatte ich von St. Pe-tersburg eine Adresse; der letztere, der ebenvon seinem bischöflichen Sitze, wo er eines derprächtigsten Landgüter hat, zurückgekommenwar, ist ein Neffe des würdigen Abts zu Oliva.— Von da gierigen wir nach dem Saale derSenatoren, wo die Cerimonie vor sich gehensollte. Wir wurden sogleich eingelassen, obes schon sehr vielen versagt wird, bis zu derZeit, da man Nachricht hat, daß der Königkömmt. Demnach hatten wir einen recht gu-ten Platz. Der Senatorensaal ist mit korin-thischen Pflastern gezicret, und hat vier mit ro-them Tuche ausgeschlagcne Reihen Bänke, eineüber die andere; vor der ersten Reihe sind auchnoch auf beyden Seiten 60 carmesinsammetneStühle für die Senatoren; und am Ende desSaales ist der carmesinsammetne, mit goldenenTressen besetzte Thron des Königs, nämlich eingroßer Lchnstuhl auf einer Erhöhung und un-ter