196 Ball bey dem Graf.v. Stackelberg.
auf den ersten Ball beym russisch kaiscrl- Groß-bothstl-after, den er wahrend dem Reichstagealle Mittwochen der hiesigen Noblesse gab. DieVersammlung war über alle Vorstellung glän-zend und zahlreich. S. M. der König selbstwar zugegen, ferner der Eroßkanzlcr (Bischofvon Warschau und Posen), verschiedene andereBischöffe und Erzbischöffe; weltliche Magnatenund Ordensritter ohne Zahl: schöne und schöngeputzte Damen nicht weniger.
Der Fürst Michael poniatowski, jüngsterBruder des Königes, Bischof von Plozk, undKoadjutor des Bischofs von Krakau, hatte dieGewogenheit sich von dem Fürst Adam zu mirführen zu lassen, um meine Bekanntschaft zumachen; ein so sonderbares Beyspiel der Her-ablassung giebt schon gnugsamen Begriff vonder Höflichkeit dieses Fürsten, von seiner Nei-gung gegen Studierte und zeigt, daß Er ein po-niarowst'i ist: Er fallt auch gleich beym erstenAnblick als ein schöner, liebenswürdiger »ndartiger Prälat in die Augen.
Der König tanzte selbst einige Polonoist»mit der Ihm angebornen Anmuth und Grace;Er wird für einen der besten Tänzer gehalten,und ob Er schon anfängt fett zu werden, laßtes Ihm noch sehr gut. Er begab sich aberbald wieder weg. Während daß der Königtanzte, wurden andere Paar nicht gehindert zu
folgen.