Monaten verzehrt ist; aber auf der Reise und im Win-ter essen sie keines. Es wird ihnen folgendermaßengegeben. Der Schäfer legt fünfzig bis sechzig flacheSteine auf fünf Schritte von einander. Auf jedenStein wird Salz gestreuet. Man treibt die Schafelangsam zwischen dieselben durch, und laßt sie lecken soviel sie wollen. Dieses wird oft wiederholt, und manhütet sich, sie an diesen Tagen an keinem Orte weidenzu lassen, wo Kalkstein ist. Wenn sie das Salz ge-gessen haben, werden sie nach einer leimichten Gegendgetrieben, und da ihnen das Salz Appetit gemacht hat,so fressen sie alles, was sie vorfinden, und kommen mitgedoppelter Hihe zu dem Salz zurück *).
Am Ende des Julius vertheilt der Schäfer dieBöcke unter die Schafe: fünf bis sechs Böcke sind fürhundert Schafe genug. Diese werden aus den Heer-den genommen, wo sie besonders weiden, und nach ge-höriger Zeit werden sie wieder von den Schafen ge-trennet.
Die
*) Herr Dowlrs merkt an, daß die Schafe auf einer Weide,wo Kalk oder Mergel ist, weniger Salz essen, nach Maaß-gabe des Kalks, den sie finden. Er habe einen Schäfteum die Ursache gefragt, der ihm geaniwortet: sie äßenweniger Salz, wenn sie auf einem Kornfeld« weideten.Der einfältige Schäfer wußte also die Wirkung wohl,aber er kannte die Ursache nicht, und nach dem HenriDowles rührt die Ursache des Unterschiedes von demSalz, das sich in jeder kalkichten Materie findet. Dar-aus folge, wenn die Schafe, indem sie die KalkLcinekecken, ober das vom Salz durch den Wachsthum ge-schwängerte Gras fressen, schon Salz genug geni-ßen, sohaben sie nicht so viel Appetit zu dem, das ihnen aus derHand gegeben wird. — Allein wir können dieses nicht fürdie wahre Ursache halten, weil die Scheidekünstlrr ver-sichert sind» daß Kalk kein Salz enthält. —