Die Böcke geben weit mehrere, aber nicht so feineWolle als die Schafe; denn die Wolle von drey Bö-cken *) wird fünfund zwanzig Pfund wiegen, da hin-gegen fünf Schafe nur fo viel ain Gewicht geben. DieUngleichheit ihres Alters erkennet man aus den Zah-nen. Bey den Böcken fallen sie nicht vor acht Jahrenaus, die Schafe aber verlieren die ihrigen, entwederwegen der Feinheit ihres Körpers oder aus andern Ur-sachen nach dem fünften Jahr.
In der Mitte des Septembers werden sie gezeich-net, indem ihnen die Lenden mit im Wasser aufgelöse-tem Ocker gerieben werden. Einige sagen, diese Erdevermische sich mit der Fettigkeit der Wolle, und gebeeine Art Firniß, welcher sie vor der rauhen Witterungschütze; andere behaupten, daß die Schwere des Ockersdie Wolle kurz erhalte, und sie verhindere, von schlech-ter Beschaffenheit zu werden. Noch andere bilden sichein, daß diese Erde ein abforbirendes Mittel sey, dieUebermaße der Ausdünstung einzusaugen, welche sonstdie Wolle gering und grob machen würde.
Um das Ende des Septembers fangen diese Meri-noschafe ihren Zug nach einer warmern Gegend an.Ihre ganze Reise ist seit undenklichen Zeiten durch Ge-sehe und Gebrauche vorgeschrieben. Sie haben einenfreyen Weg über die Gemeinweiden der Dörfer, daes aber unvermeidlich ist, bebauete Ländereyen zu pas-siven, so sind die Eigenthümer verpflichtet, ihnen eineOeffnung von neunzig Schritt breit zu lassen, durchwelche die Heerden sehr hurtig zu wandern genöthigtsind. Bisweilen machen sie sechs bis sieben Meilen auf
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*) Ich setze drey Böcke nach dem Bowles; nach unsermVerfasser würde von einem Bock soviel kommen; ich glau-be aber, daß im Original ein Druckfehler, und für llleüeece? — rliree lleeee; gelesen Werden MUß. U.