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stakt, daß da, wo vor diesem traurigen Zufall drey bisvier volkreiche Pfarren waren, gegenwärtig nur ein ein-sameS Kirchspiel ist, wo Nothleidende wohnen; anderewurden ganz verwüstet, so, daß nichts als die Thürmestehen geblieben sind, die man Landkirchen nennet.
Diese Kirchen, oder wenigstens diese Thürme, schei-nen uns, wie bey einer ähnlichen Gelegenheit Aeacnsim Vvid dem Jupiter zuzurufen: Hur mib, rccläsmev5, auc me guogue concle lepulcbro. Ihr elen-der Zustand paßt sich zu diesem Gleichnisse vollkommen.Die Pest währte freylich nur einige Zahre; aber ihrElend hat über vierhundert Jahre fortgedauert.
Dieser trübseligen Zeit haben wir den Ursprung derMesta zuzuschreiben. Die englischen Schafe wurdenzuerst in die Gebirge von Ge^ovia gebracht, ohne diegeringsten Begriffe von der Mesta oder von Estrenra-dm a zu haben. Der große Raum unbebaueten Lan-des, und der Mangel an Landleuten war es, der Schä-fer und Vieh anreizte, über die Gränzen hinauszuge-hen, und in Gegenden zu wandern, wo ihnen nichtsim Wege war. Gelegentlich bedienten sie sich der Län-,dereyen, ohne im geringsten auf die gehörige Culturderselben zu denken, da solches mehr Hände erfordernwürde, als sie dazu hergeben konnten, und bey dieserGelegenheit führten sie zuerst die schlechte Gewohnheitein, mit Mauleseln zu pflügen, und das Erdreich nureben aufzuwühlen.
So blieb denn sowohl das unvollkommen bepflügte,als das weit mehrere gänzlich ungebauet gelassene zurWeide des fremden Viehes, zum großen Nachtheil desAckerbaues. Estremadura ist eine Provinz vonLeon, und nicht von Rastilicn. Das natürlicheHülfsmittel wider diese Unglücksfälle bemerkten die Por-tugiesen gleich; die Kastilianer aber wollten es nicht se-hen: einige plagte, der Geiz, indem sie sich mit dem