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süßen Gedanken schmeichelten, daß sie große StricheLandes besaßen, ob sie gleich öde waren; andre hiengender angenehmen Vorstellung nach, daß sie zahlreicheHeerden hatten, als ob der Ackerbau verloren wäre.Daher verdienen die Gesehe, welche der König Ferdi-nand von Portugal machte, mit goldenen Buchst«,den aufgezeichnet zu werden. Eines derselben hieß:daß keiner, der nicht ein AckerSmann oder dessen Knechtsev, Schafe für sich oder für andre halten sollte: wennaber andre Leute welche haben wollten, so mußten siesich verpflichten, eine gewisse Portion Land zu bauen,bey Strafe ihr Vieh zu verlieren, wenn sie die Vor-schrift nicht genau erfüllten. Durch dieses sonderbareund vortreffliche Geseß konnten viele Fehler der Mesta,stwohl in Ansehung der Schafe als der Schäfer, die,ohne einen Fuß Landes zu bauen, auf eine dem Fleißedes Landmanneö so nachkheilige Weise einen so ansetzn«kichen Distrikt einnahmen, verbessert werden.
Es ist schändlich, daß wir in Spanien eine Fort.dauer der barbarischen Gebräuche der Saracenen wahr-nehmen, die den Ackerbau gänzlich vernachläßigen, undmit ihrem Vieh die entvölkerten Ebnen von Arabienund Evbien durchziehen. Als die fleißigen MaurenEstremadma besaßen, verwandelten sie die ganzeProvinz in einen Garten, der voll von Einwohnernwar, wie aus den zahlreichen Heeren erhellet, die siewider die Christen ins Feld stellten. Sie sendeten ihreHeerden nicht nach RastilieN/ noch kamen die Spa.nier mir den ihrigen nach Estremadura, denn dieMesta war unbekannt.
Dieser Ausdruck muß also nicht auf die einzige Ver-mischung oder Mannichfaltigkeit der Cultur ringe-schränkt werden, sondern er begreift Weiden mit demAckerbau verbunden; denn eine gehörige Vereinigungvon beyden macht den wahren Landmann aus, der,
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