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Gaste geworfen würde, so wäre des Morgens kein Dif.sen Fleisch mehr auf den Knochen: aber das ist eineKabel; denn es ist eine bekannte Wahrheit, daß todteHunde und Katzen beständig auf der Gaste, so wieMaulesel auf der Landstraße Tage lang liegen, ohne daßsolches verspüret wird.
Die Geschichtschreiber berichten, daß es im Jahr14z 4, als König Johannes der zweyte in Madridgewesen, den 29 October angefangen zu regnen und zufchneyen, und bis den 7 Jänner fortgewährt habe, der.gestalt, daß verschiedene Häuser zernichtet, und die Ein.wohner, aus Mangel an jebensmitteln, in hie größ-te Noth gerathen sind. Es habe sich ein Gerücht ver-breitet, daß der König die Stadt veräußern wolle; Hie.Einwohner aber hätten den König gebeten, sie nicht M»ertasten, und endlich sey ein königliches Edict vomMärz 1442 erschienen, darinn verordnet worden, daßweder- die Stadt noch deren Gebiet je veräußert wer.den könnte.
Man zahlt in Madrid neun-bis zehntausend Häu.fir, wovon viele sehr groß und geräumig sind. Siefind von Granit, Ziegel, Holz oder Kiesel; und dieFagaden insgemein angestrichen oder vermahlt. Dievornehmsten Gasten sind mit gehauenen Kieselsteinen,die andern aber mit runden Steinen, die man in derNähe findet, gepflastert. Die Kiesels sind wegen ihrerSchärfe für Fußgänger sehr,unbequem, und das ebnePflaster an den Seiten ist zu- schmal. Die Gärten vonRetiro, der schöne prado und die Deliciös sindSpatziergange, die in wenigen europäischen Hauptstäd.ten ihres Gleichen haben. Die Stadt ist gut mit Was-ser versehen, und in den vornehmsten Straßen sindBrunnen. Das Wasser in der Nachbarschaft, delBereo genannt, wird von dem königlichen Hause allent-halben, wo es sich aufhält, getrunken. Die Stadt ist