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Die benachbarten Felder von Madrid gegen Mor-gen und Mittag sind voller ununterbrvchnerKiesellagen,die an den Thoren der Stadt anfangen. Ich erinneremich, vor einigen Jahren deren zwischen dem allgcmei-nen Spital und dem Spahierplatz Delicias gefundenzu haben. Diese Brüche waren sechs bis zehn Fuß tiefunter der Dammerde; von ein bis sieben Fuß mächtig,und strichen bisweilen bis sechzig Fuß dem Abhang desHügels regelmäßig folgend. Es scheint, daß dieserBoden ehemals gänzlich aus Kiesel bestanden habe; denndie Steinhauer finden noch jeßt desselben fast allenthal-ben, und haben keine andre Anzeige dazu nöthig, alsdaß sie einen losen Stein auf einem Erdreich sehen, dasein wenig weißlicht ist. So unzweydeutig diese Merk-male gemeiniglich sind, so triffr es sich doch bisweilen,daß, ungeachtet dieser Steine und Erde, die Arbeitervergebens graben; daraus schließe ich, daß die Lage desKiesels nur auf der Oberfläche war, und sich aufgelösetund inPstugland verwandelt hat. Ich habe ferner an-gemerkt, daß der obere Theil des Kiesels mit einersthleimichten weißlichten Materie bedeckt war, undder untere Theil auf einer schockolassarbigten Erderuhete, die im Feuer weiß wurde. Diese beyden Erd-arten sind klebrigt, sanft anzufühlen, zäh und seifen-artig. Wenn man sie an die freye Luft legt, so glei-chen sie dem Thon; sie sind es aber nicht, denn sie zer-gehen nicht im Wasser, und behalten die Formen nicht,tzie man ihnen giebt; sie dehnen sich nicht aus und zie-hen sich nicht zusammen, wenn sie getrocknet werden,sondern sie werden vielmehr wie ein platter Kuchen undverhärten sich an der Luft. Dieß sind unachte Steati-ten, das ist eine Art fette Erde, wie Butter, die nichtthon-, kalk. noch gypSartig ist.
Es ist unmöglich, den Kiesel von Madrid oderandere Kiesel, die man in kalk- oder thonartiger Erde
findet.