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Hieraus kann man den Schluß machen, daß, wennman anfienge Bäume zu pflanzen, es bald wieder Hol-zungen geben würde. Daran ist aber nicht zu geden-ken, wenn nicht die Ackerleute und Gärtner ihre Gesin-nungen verändern. Vor diesem brachten die Waldun-gen neue Bäume genug hervor, und konnten sowohldurch Saamen, als durch die Schößlinge aus ihrenWurzeln, unterhalten werden. Der Schatten dieserBäume und ihre verfaulten Blätter erhielten die Erdein einem Zustande der Hervorbringung, die immer an-sehnlicher wurde; aber gegenwärtig, da nichts von alle-dem da ist, so mußte man zu neuen Mitteln feine Zu-flucht nehmen, das Uebel zu ersetzen. Ich glaube nicht,daß man vermittelst der Verpflanzung dazu gelangenkann. Dieß ist ein Mittel, das nur Statt findet, wennman eine schöne Allee zum Spatzieren anlegen will,weil die Fibern der Wurzel eines Baums, der in einemHolz ausgegraben worden, wenn sie einmal zerrissensind, die Erde zum zweytenmal nie so stark durchdrin-gen, daß sie von aller Feuchtigkeit derselben Nutzen zie-hen können; folglich ist die Verpflanzung eines Baumsgemeiniglich eine unnütze Sache. Meines ErachtenSmüßte man darauf denken, die Gipfel der unfruchtbarenHügel mit Bäumen zu bepflanzen. Zu dem Endemüßte man aus der großen Anzahl derer, die sich umMadrid finden, diejenigen wählen, wo sich in einergeringen Tiefe Master findet. So findet man z. E.auf den Anhöhen von Vivalcaro das Wasser sehr naheunter der Dammerde, und auf der Höhe des Nonnen-klosters von St. Francisiuo de Sales ist es hundertund fünfzig Fuß tief. Wenn man eine hydraulischeKarte von den Gegenden um Madrid hätte, so wür-de sie dazu sehr nützlich seyn, weil sie die Tiefe, in wel-cher sich das Wasser an jedem Orte befindet, anzeigenwürde.
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