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Schnee auf den Bergen. Von dem hohen und Mit«telgebirge fließen verschiedene Quellen herab, die andem obersten Ende des Gartens in ein großes Bebakt«niß gesammlet werden, dem man den Namen dasMeer gegeben hat. Aus diesem werden sie nach allenSpringbrunnen und Wasserwerken geleitet, indem derganze Garten an einen Abhang von zwey englischenMeilen im Umfang liegt. Aus andern Quellen mitzwey Bächen entsteht der kleine Fluß Eresma, dereinen Ueberfluß an Lachsforellen hat, wo sich der Königunter dem Schatten deS Dickicht, das von dem Pinselder Natur die schönsten Veränderungen zeigt, oft mitFischen belustigt.
Selten habe ich die Garten von Gt. Ildefonsebesucht, ohne über die Menge der Bildsäulen aus derFabel, mit denen die Brunnen geziert sind, Betrach-tungen anzustellen. Ist es möglich (sagte ich bey mirselbst), daß diejenigen, welche über die Einrichtung derGärten allhier, zu Versailles und in so vielen andernSchlössern, wo die Pracht herrscht, die Aussicht gehabt,nichts besseres gewußt haben, als sie mit Bildsäulen,Basreliefs und andern Erdichtungen aus der griechi.schen Fabelgeschichte anzufüllen? Was hatte denn dieseNation, die vor zweytausend Jahren tausend Meilenvon uns blühte, für ein Recht, unserm GeschmackGesehe zu geben, und ihn einer knechtischen Nachah-mung ihrer Ideen zu unterwerfen. Erfodert denn etwaunser elender Zustand Erdichtungen zu einer angeneh-men Beschäftigung? In diesem Falle, dünkt mich,wäre es nicht nöthig, die Fabeln der Griechen zu studi-ren, und ihnen einen Vorzug vor tausend andern Er-dichtungen zu geben, welche uns die Geschichte unsererund aller andern Nationen darbietet. Oder ist es des-wegen, weil die griechischen Fabeln durch ihre Religionverschönert sind? Aber sind es die Fabeln anderer
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