Buch 
Johann Talbot Dillon ... Reise durch Spanien, welche wichtige Beobachtungen aus der Naturgeschichte, über den Handel, die Fabriken, den Ackerbau, nebst einem Auszug der merkwürdigsten Sachen aus Don Guillermo Bowles Einleitung in die Naturgeschichte und physikalische Erdbeschreibung von Spanien enthält
Entstehung
Seite
129
JPEG-Download
 

»9

Völker auch nicht? Mich dünkt, daß, eine Unge-reimtheit gegen die andre gerechnet, man nicht mehrereGrund hat, Diane oder Marone in einen Spring-brunnen zu stellen, als unsern Endovelicus *) oderden mexikanischen Vizlipuzli.

Aus diesen und vielen andern Bemerkungen zieh«ich eine Folge, die unsern Kenntnissen nicht sehr gün-stig ist. Wir alle, so viel unsrer sind, sind gezwun-gen, dem Geist und der Anmuth der Griechen den Vor-zug zuzugestehen, daß sie die großen Meister desmenschlichen Geschlechts waren, und noch sind. Sieerfanden eine allegorische Religion, welche die Naturverschönernd schildert. Diese Religion erhob den Men-schen zu dem Rang der Götter; sie veredelte ihn, und er-regte in ihm eine angenehme Empfindung seines Da-seyns. Die Grazien, die Musen, die am Ufer desMeers spazierende Venus, Flora, Pomona, undalle andre Erfindungen der Griechen, geben uns ange-nehme Vorstellungen, welche die Natur verschönern.Man vergleiche diese anmuthige Religion mit der Relk,gion aller andern Völker (die wahre Religion ausge-nommen), so wird man den Unterschied wahrnehmen,der unter der griechischen und andern Religionen ist:man wird finden, wie schön und rührend, und wie ver-schieden sie von denen ist, die uns nur abscheuliche, rach-süchtige , grausame und schändliche Götter aufstellen.Man füge die Geschicklichkeit der Maler, der Bild-hauer und der griechischen Dichter hinzu, deren Werkeihre Religion mit einer Annehmlichkeit, Feinheit undGrazie veredelt haben, welche noch das Ergötzen der

scharf-

*) Lnvovelicva ist ein Gott der Alten, den man erst inden neuern Zeiten aus zwölf zu Villa viciosa in Portugalgefundenen Aufschriften hat kennen lernen-

I. Theil. I