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das Wasser mag noch so klar und durchsichtig scheinen,wenn es einige Theilchen Erde oder Mineralien enthalt,so ist es nicht gut zum Kochen der Hülsenfrüchte, undschäumt nicht geschwinde und im Ueberfluß mit derSeife. In Spanien sind viele Quellen, deren Was-ser so heiß ist, daß man es fast nicht berühren kann.Dem ohngeachtet kochen Hülsenfrüchte gut darinn, esschäumt gut mit Seife, und man bedient sich desselbenmit gutem Vortheil zum Bleichen der Leinwand. Die-feS Wasser schadet den Pflanzen nicht, und wenn maneö erkalten läßt, so seht es nicht an, und hat im Ge-ruch und Geschmack nichts Ungewöhnliches. Mit ei-nem Wort, es hat nichts Besonderes, als daß es heißist. Diese Vorzüge rühren daher, daß es weder Erdenoch mineralische Theilchen enthält, die aufgelöset wer-den. Das reine Element macht es durch die genaueBerührung der Luft seifigt, und weich anzufühlen, undgiebt ihm die Eigenschaft, welche Bäder von gemeinemWasser nicht haben.
Jedermann weiß, daß das Wasser, welches zuMadrid getrunken wird, ungemein leicht und rein ist.Unter allen Quellen giebt man der vonBerro den Vor.zug. Die königliche Familie und der ganze Hof trinktallein von diesem Wasser, an welchem Ort er sich auf-halten mag. In keinem Lande in Europa giebt es soviele Wassertrinker als in Spanien, und besonder-giebt es in Madrid mehr als im ganzen Reich, we-gen der Güte des Wassers, welches keinen Schadenthut, und in der körperlichen Beschaffenheit derer, diesich desselben bedienen, keine Veränderung macht. DasWasser kömmt dort von den Gebirgen von cVuadar-rama. Es filtrirt sich in einem Raum von sieben bisacht Meilen, in einem Boden von KieS und Sand, derihnen keine fremde Materie mittheilet. Sonderbar ge-nug ist es, daß es in einem so großen Raum keine Erde
antrifft.