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Johann Talbot Dillon ... Reise durch Spanien, welche wichtige Beobachtungen aus der Naturgeschichte, über den Handel, die Fabriken, den Ackerbau, nebst einem Auszug der merkwürdigsten Sachen aus Don Guillermo Bowles Einleitung in die Naturgeschichte und physikalische Erdbeschreibung von Spanien enthält
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Seite
39
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Dritter Brief.

Naturgeschichte der Heuschrecken, welche in denJahren 1754, 17^ und 17^6 die ProvmzEstremadura verheerten, aus Don GuillermoBowles Beobachtungen.

Heuschrecken, von denen ich jetzt reden will, fin-den sich beständig in den südlichen Theilen vonSpanien, besonders in den Weiden und entferntenunangebaueten Landstrichen von Estremadura: ge-wohnlich aber achtet man nicht darauf, wenn sie nichtsehr zahlreich sind; denn gemeiniglich nähren sie sichvon wilden Krautern, ohne Streifereyen in die Gärtenund cultivirten Ländereyen zu thun, oder in die Häuserzu kommen. Die Bauern sehen sie ohne Furcht hü-pfen und das Gras der Wiesen fressen. Durch dieseSorglosigkeit verlieren sie die vortheilhafte Gelegenheit,sie alle Jahre auszurotten , und sie beweisen eher keineSorgfalt, als bis sie eine Verheerung angerichtet haben,die nicht mehr zu ersetzen ist.

Die Fortpflanzung dieser Jnsecten ist nicht außer-ordentlich groß; denn die Anzahl der Männchen über-steigt die der Weibchen ungemein. Aber wenn zehnJahre lang beyde Geschlechter gleich wären, so wür-den sie sich so häufig vermehren, daß sie das Pflanzen-reich völlig verzehren würden. Die Vogel und vierfüs-stgen Thiere würden vor Hunger sterben, und endlichwürden die Menschen den Heuschrecken zur Nahrungdienen. Im Jahr 1754 wurden in Estremaduraeine so große Anzahl Weibchen ausgebrütet, daß siedas folgende Jahr la Mancha und porruyal über-schwemmten, lind daselbst die Schrecken des Hungers

C 4 und