Von der Eigenschaft der Bäume. 55
Wahrheit schreiben, wenn ich behaupten wollte,daß unter allerley Art Bäumen keine zu befin-den, welche, wenn sie dichte beysammen stehen,derHud und Weide schädlich wären. Es giltalso hier das gemeine Sprüchwort, wie keineRegel so gewiß sey, welche nicht ihre Ausnahmeleide.
§. 6 .
Denn obschon die Eichen auch die sercherwBaume, wenn sie gleich noch so dichte beysam-men stehen dem Anger mehr Vortheil als Scha-den thun, so findet man doch bey den Tannenund Fichten, auch Büchen , wenn solche zu dichtestehen, daß sie den Regen und die Sonnenstrah-len auf den Boden zu fallen verhindern, geradedas Gegentheil, weil diese Holz-Arten, durchihr flach über der Erde liegende Wurzeln, undder Tannen und Fichten harziges und brennen-des Wesen, welches auch in ihren herabfallen-den Nadeln stecket, dem Grase sehr schädlichsind, deßhalben man denn auch unter dieser ArtBäumen, wenn Regen und Sonne nicht durch-kälten kann, selten Graß finden wird; Hingegenwird man an dessen Stelle ein langes sauresMooß, oder einen ganz reinen Platz antreffen.Werden aber die Tannen und Fichten-Wälderabgetrieben, so wachset wegen der von so vielenJahren.her verfaulten und zu einer schwarzenErde gewordenen Nadeln, wenn solche Lust krie-gen das schönste Graß, so daß solches allen jun-gen Anfiug ersticket, wenn der Boden nkchtgleich
D 4 inr