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124) Der Westerwald
hiefs in den alten Zeiten Nistriä, und führte diesen Namen von demFlufsNister, der aber nach und nach Wister und endlich Westergenannt wurde 1 ). Der eigentliche Westerwald, der nur vön gerin-gem Umfange ist, hat ansehnliche Bergebenen, von denen man zumTheil eine weite Aussicht geniefst, dessen obersten Höhen aber ganzvom Holze entblöfst sind. Ursprünglich machten nur die KirchspieleEmmerichen, Marienberg und Neuenkirchen die Herrschaft zum We-sterwalde aus, haben aber nachher diesen Namen den angränzendenHöhen mitgetheilt, und nun rechnet man dazu dasjenige Gebirge, wel-ches sich ton Montabaur an zwischen den weiterhin befindlichenQuellen der Dill, Sieg und Lahn bis in das Wittgensteinische erstr eckt.Dieses Gebirge enthält viel Basalt und Lava, wovon der erster© in der'Grafschaft Wittgenstein in schönen Formen vorkommt. Einer derhöchsten Felsen ist der Barstein, von welchen man eine weite,herrliche Aussicht bis in die Wetterau und an den Vogelsberg hat.Ein anderer hoher Theil dieses Gebirges ist der Gijler, so wie an derwittgensteinischen Gräuze das Lüzeler Gebirge, wozu der Pfaf-fenhayn und die Altenburg gehören. Man zieht auf dem Wester-walde viel Flachs, betreibt bey den vielen kräuterreichen Wie-sen die Viehzucht sehr stark, und versieht die nahen Gegenden mit
1) S. Büsching’s Erdbeschreibung, 7ter Tlil. S. 3l8.