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Der Heiligen Schrifft, und zwar Alten Testaments, anderer Theil : nämlich die Bücher Josua, der Richter, Ruht; die beiden Bücher Samuels, der Königen und der Chroniken, die Bücher Esra, Nehemia und Ester
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Was nur blos ins Dun kommet / das ist Phantasie und Eitelkeit: Was aber unstoHertz beweget und GOtt lieben machet / das ist gewißlich heylsam / ob es auch schon ohneIrrthum nicht gefasst wäre im Verstand. Ja es kan auch wol eine Meynung wircklichfalsch/ und doch heylsam seyn/ wann sie einen Eindruck zur Liebe GOttes in dem Hertzmschafft / vermehret / oder dazu Gelegenheit gibt: und hingegen kan eine andere Meynungwahr / und doch nicht beyisam seyn / wann sie dir nicht dazu dienet / ja wol noch daran hin-derlich ist° Was hüfft z E- einen Lutheraner / zu glauben/ daß wir ohne des Gesetzes Werck/ al-lein durch die Gnade/ durch das Verdienst und Blut JEsu Christi und durch den Glauben/ seligwerben / wenn er solche heilige Lehre zum Deckel der Sünden mißbraucht / und darüber in dieHölle fähret ? Und was für Schaden kan wol einer Seele unter den RömifcffCatholifchen dieMeynung von dem MeffOpffer und der Verwandlung der Hostie/ von Anrufung der Heiligen/vomFegfeur / rc. bringen/ die ein Lutheraner vor grobe Irrthümer / ja ein harter Reformirtereines theils vor entsetzliche Gotteslästerung / halt/ wann sie GOtt von Hertzcn liebt / und sichdurch ZEfu Christi Verdienst/ Blut und Geist/ reinigen und heiligen laßt/ dergleichen mandoch unter ihnen findet und erkennen muß ? Aber das sind Wahrheiten / dieman wenig achtetund erkennet/ ja nicht wissen will worüber aber der Grund des Glaubens selber am meistenNoth leidet.

Ein Ding könte alles ersetzen: nämlich wenn wir einander würden vertragen in der Lie.be / und diejenige Freyheit weiche der christlichen Religion gemäß ist nicht einfchrancken / be-schneiden / ja gar benehmen / nach eigenem Willen- Die Religion bestehet nicht im Kopss/sondern im Hertzcn- Die Weißheit ist manchfaltig/ und doch einig. So auch der Begriffund das Erkenntniß / wenn sie rechter Art sind. Einig sind sie/ aber nicht einerley. Wir ste-hen ja nicht alle in einerley Zustand; und ein ieder verstehet die Sache wie er stehet. Dereine siehet über den andern hinaus: der eine hat auch bessere Augen in die Ferne/ als der an.der. Man misset allezeit die Waaren / und man sollte zuvor feine Ehle messen. Man wiegetallezeit andere ab/ legt sich aber selber niemals in die Dchaale / entweder weil man schweraenua zu seyn sich einbildet / oder aus Furcht man mögte zu leicht erfunden werden/ oder weilman schon gewogen und bewährt zu seyn / auch geübte Smne zu haben/ vermtynet. Wenn -manS aber beym Licht besiehet / so ist dieser geübte Dwn anders nichts als die hochmütigeVernunfft der Schul«Weißheit in ihren vorgefaßten Meynungen / welche doch am allerwe.uigsten zu geistlichen Dingen geschickt ist / wann sie sich auch gleich mit allen ihren sieben freyenKünsten aufs beste ausstaffiret hatte / und eine besondere Vollkommenheit darinnen erreichtzu haben von sich glaubte. Was nicht vom Himmel kommen ist / das mag auch nicht genHimmel steigen / und die himmlischen Dinge / die Wunder der unsichtbaren SchöpffungGOttes / erkennen. Nur in GOttes Licht siehet man das wahre Licht. Es gehöret mehrdarzu als ein gläsernes Auge. Die leibliche Uebung ist wenig nutz / und mag schlecht geübtmachen. Was vom Fleisch gebohren ist das ist Fleisch; und das aufgeblasene Wissen Mich.sicher Concepten von göttlichen Dingen macht noch lange keinen geübten iKeoloZum. Ja/wo die Vernunfft das Ruder führet/ da gibt es der Irrthümer am ersten und meisten/ unddes wahren gründlichen Erkenntnisses am wenigsten. Kein Wunder ist es dann / wann die.ser Närrin / welche oben «an sitzet in der Stadt / und in alles sich mit ihrem Urtheil mischenwill / das Beste als Tohrheit und »«gegründete seltsame Gl-ssen / und das elendeste Geschmierals herrliche Sachen / vorkommt / da sie nicht capabel ist zu begreiffen / vielweniger zu beur-theilen und zu unterscheiden was des Geistes GOttes oder von einem falschen Geiste ist.

Indessen muß man es dem Heimstellen der da recht richtet/ wenn diese meisterlose Köni.ain ,md R'chterin sich über alles herzufahren anmasset / auch wol gar mit groben Schmä.Zungen ihren Amts Ester blicken lassen will: der zu seiner Zeit wol wird ans Licht bringen/ob lnan so pro cLtbeärL h-ch her (Ps 7 Z/ 8.) zu sprechen befugt gewesen / und ob nicht daseinige Ding die Grund Uriacy alles Unheyls gewesen/ daß die Menschen einander nicht ha»den können vertragen in der Liebe.

Gnade seye mit allen denen es um GOTT / ihren Nächsten / und ihr Heyl / in rechterOrdnung zu thun ist;