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as Buch Iosua.
Cap. vi.
Das VI. Capitel.
Die Zerstörung Jericho.
!Zricho aber verschloß sich undwurde eingeschlossen vor demAngesicht der Kinder Israel: eswarniemandderaus-nochdereingieng.
2. Und der HERR sprach zuIosua: Siehe da ich habe Jerichosamtihrem Könige in deine Hand gegeden/ welches tapfere Helden sind.
Hier wird nun der erste wunderbare Sieg und Verwü-stung der vcstcn Stadt Jericho crzeh lct / da sich dieselbe ver-schlossen / und also in ihrer Hakknäckigkeit verharret/ öaßfie»ichtgleich den Gibeonitcu fleh vorGOttgcbeuget/ und eini-ge Erhaltung gleich jenen mögten erhalten haben: da siedann auch von den Kindern Israel eingeschlossen/ nnb in ihremverhärteten Sinn derRache GOttesüberlassen wurden.
v. r. Jericho) lag dritthalb Meilen von Jerusalem ge-gen Nord-Osten/ und anderhald Meilen vom Jordan.
Ward auch Palmen-Sradr geuenot/ von denen um sol-che befindlichen Palmeu. r.Lhrou.rz/ls.
Hatte sonst schöne Balsam-Gärten und viel wvlriechendeRosen: daher sie auch vom wol«echen den Namen geführthaben soll. Wiewoleo der Name im Hebräischen Text aufzweyerley Art geschrieben wird / und daher auch auf zweyer-ley Art übersetzt werden kao. Dannrsmag auch so viel hcissenals zum Mond gehörig / eine Art von Mond- Stadt oderLäneburg; und zwar/wir etliche wollen/wegen der Formdarin es gelegcn/die dem Mond nicht unähnlich gewesen.
Sie ist aber nach dem hier befindlichen Grund ihrer 8icus-n'on. wie ansaüen Umständen leichtzuerkeooea/ einkräfftigund deutlich Bild des inwendigen Babels / oder wie flch Fin-sterniß und Sünde durch und durch mitdevKrafftenderSee-ley vermische / welche Vermischungen aber doch mit dem Na-men geistlicher Bosheit ausgedruckt werden.
Dieses Babel oder der vermischte Leib der Sünden ist in-er Seelen entsprungen wegen Mangel des reinen unver-mischten Lichts /dasaus dem Tage GOttes ansstralen/ undalle innerliche Wirckoog der Seelen beleuchten sollte. Hatdahero diese inwendige Vermischung kein anderLichtzu ihremFührerals eio Nachr-Licht/ dessen der Mond ein Bild ist/welches Stralen mit vieler Finstcrniß zu allen Zeiten vermischtfind / fürnrhmlich aber wenn es mit Wolcken bedecket wird.
Verschloss sich) daß niemand kovte herauskommen.
icvurde eingeschlossen) durch die auswendige Belage-rung/daß auch niemand von den benachbarten Laoaaiterukon-te hinein-und ihoenzu hülff kommen.
- v. 2. Der^Err) Der Fürst über das Heer GOttes/Welcher dem Iosua erschienen/ und hier Jehovah genenntWird/ und welcher das Reich des AutichristSunddessenRefl-deotz in Grund zerstören wird/ übergibt demselben/als seinemeigenen Contcrsät/das Gerichtübcr
Jericho) Alsdas Bild und die Figurdiescr Wrlt/oichtnur hier / sondern auch in andern Orten der Schrifft. Luc.rv/zo. Matth.2o/2g.za. ,
Samt ihrem Rönige) Alsdem Bild der alten Schlan-ge/ des Teufels / welcher den »mmsüschen sinnlichen Theil desMenschen in seiner unordentlichen Lüsternheit stats ziehet undbeweget.
Dahero muß dieser abgetödtet / nnb also unser Mond inBktttverwandelt werden/ wenn änderst die Seele ausErfah.rang vom Untergang Jericho und dem selige» Triumf zeugensoll/ den sie über den König desselben darvonge tragen.
Ich habe in deine ^Zand gegeben) Als wanns schongeschehen wäre. Und so gewiß muß es der Glaube auch an-nehmen. Davon gibtuns Jostiaein trefflich Exempel/welcherauf GOttes Verheißung seine Tronppen aammlchirco lässet.
Gewiß wann diese ^Stücke / die göttliche Verheissongund dir Glaube an solche/zusammenkommen/ soistnichtssogros und schwer/ dasste nichtauszunchtco vermögen.
Dißmercke/ wannduinNoth kommest/ odervorskünffti-ge besorgt bist/ und drucke an das Wort: Rufe mich an / sorvill ich dich erretten! Item: Ich will dich nicht lassennoch versäumen! so gewiß als wann du es schon erfahrenhättest.
z. und ihr sollt um die Stadt herge-hen alles was KnegsmZnner sind / sodaß ihr die Stadt umringet zu einemmal: also sollst du sechs Tage thun.
4. Und sieben Priester sollen siebenPosaunen ^ von Widder-Hörnern vorder Laden her tragen; und am sieben-denTagsolltihrsiebenmalumdiEtadthergehen / und die Priester sollen mitden Posaunen blähn. (-)Offeub 8/2.6.
5. Und es soll geschehen wann manmir demWrdder Horn langsamthönenwird/ alsihrderPosaunenEchallhö-ret / so soll das ggntze Volck ein grosFeld? Geschrey machen; so wird dieStadtmaur auf ihrer Stelle niederfal-len : da soll das Volck hinaufsteigen/ein jeglicher stracks vor sich._ 6. Da
Hierauf befiehlt nun der HErr die wunderbare Westse wie Jericho sollte ohne allen Streit eingenommen wer-den/ indemkenurvmdleStadtavfdievorgeschriedeneWcise'gaotz still und wie im Frieden herumgehen sollten: da sie dann !würden zusehen / Wieder HErr ihre Mauren würde mnwerf-fen; und das Volck alsdann ein jeder vor flch hineinsteigen/und die erschrockene Einwohner umbringen sollten.
v.;. Ihr sollt um die Stadt hergehen 6 Tage) GleichwieGOttin6Tagenallcsgeschaffen hat/ und am ?dcn geruhet Valso soll der Mensch alles Geschöpffumgehen/ und nicht allein 1die Wercke welche GOtt an einem Tag geschaffen/uod soll keine)Ruhe in den Kreaturen nehmen/ sondern alleiu in GOtt. ^
v. 4. Am siebenden Tage) welches der Tag desHErrn/ derRohe-TagsHdesMenichco/ aber auch derTagistia welchem bcrSohn GOttesam mcistenBelieben getragenWunder zu thun/ worüber er auch das Murren und die Miß/ ^gunst dererJuden über flch erregcte (ll)/mußlen biePricffer miterhabenem und starckcm Schall den Sieg/ welcher aoictzo/oh/ne Streit/ über die Fembc sollte erhalten werden/ausposaunev-
Fragt sich aber; warum GOtt/ derdochineinem Auge«/blick und mit dem bloseo Athem seines Mundes die allerbestestes ^Bollwerckc über einen Haufen werffcn kbute / .so vie l Tage undso offtwicderholte Ceremonien gebrauchen wollen/ ehe er zu die/scr Zerstörung geschritten / und fl» erst am ydeo Tag geschehensollte/da doch die gaotze Weltam6tcu Schöpffongs.Tageser/tigworden? Mllßtecr denn mehr Zeit haben/ eioeGkadtzS
schlciffcn/alsdicgantzcWcltzu bauen? fragck/c-i->6'H,pz-l,e'c''
und antwortetgantz christlich und theologisch: GStthat nichtallein durch diß/sondcraavch durch nnzähIig-vielandcr-'ExcM/pel/ zeigen wollen / daß seine Hand viel langsamer sey etwa-cinzareissco/ als zu bauen; viel langsamer lein allcrklcioeste-Gcschöpffzunichtzumachen / alsdasallergrösesteznformireN'Also gehet auch seine Gerechtigkeit vor bis ins ;te undGlied/ da flch hingegen seine Barmhertzigkeit bis instau^eudß*erstreckt.
v. 5. So wird die Stadtmaur niederfallen) Eshalalso dieses auch ein herrlich Fürbilb seyn sollen von dem bevor/steheudenFalldcrgrvscnStadtBabylon/ welche durch Je"»cho abgebildet worden/ da der Mond ein Sinnbild der Reich*dieser Welt ist. Jcs.24/2Z. Offenb. i2/l.rc.
Ein r'eglicher stracks vor sich) Damit keiner von desEinwohnern entrinnen wogte.
(s) Nach der Hebräer Aussage soll es ein Sabbath-TSsgewesen seyn.
(b) Matth. ,2/-o. Il. Joh.5/rö.rc.
(c) Obkervar. 1a Lccal. K-4z. -
, V.