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Das Buch Esther.
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i5- Da nun die Reihe der Esther herbeykam,'Her Tochter Abibajils / des Vettmi Mordecha /Die erzu seiner Tochter angenommen hatte / daßsie zu der« König hineingehen sollte; da begehrtesie nichts / als was Hegat des Königs Kämme«rcr/ der der Weiber hütete/ sagen würde. UndEsther erlangte Gunst in den Augen aller die sieansahen.
r6. Es ward aber Esther zum König Ahasve»rus in sein königliches Haus genommen Unze«Hcnden Monat/ welches der Monat Thebcthwar/im siebenden Jahr seiner Regirung.
17. Und der König liebte die Esther vor allenWeibern / und sie bekam Gunst und Gewogen»heit vor seinem Angesicht für allen den Jung»stauenund ersetzte die königliche Crone aufihr
v. is. Dann» die Reihe der Esther) und die Zeit ihrerErhöhung
Herbeykam/vaß ste ;ü dem R änig gehen sollte) Welcheangenehme Zeit und welcher Lag dcsHeyls dir auch bevorstehet/wenn du den Beruf annimmst wie Esther. Aber alsdann werdenwir uns auch gewißlich reinigen und vorbereiten / mitLödtung allersinnlichen Lüste und Begierden / und mit süssen Gerüchen lieblichenRauchwercks in anhaltendem Gebeht des Glaubens. Dein Zustandmag im übrigen seyn wie erwül / und dein Herkommen so gering eswill; so kommt dock endlich auch der für die zwar arme / aber dochsehr reiche/ Esther glückselige Tag/ daß sie mit ihrem Konig soll ver-einiget werden. Aber mir was vor einer Vereinigung ? VielleichtwirdeswoinurcinevorbeygeyendeVereiliigungssyn/ dieweil dieanderen nur bisan den Morgen bey ihm bleibendnrfftcn? Nein/nein/mit dieser wird es nichtaiso seyn! 'AberEsther
Begehrte nichts) sondern stellte alles in den Willen einesandern; nämlich '
was Hegst sagen würde) Sie mußte sich wol in die Persi-sche Manieren schicken / und konte nach denselben sich wol auszierenund schicken lassen. Aber sie hatte kerne Lust daran /und verlangteauch nichts vor sich selbst / was ihr des Königs Kämmerer nichtfrey-willig anbot. ' ' .
Siemachteesauch nach demGeist nicht wie andere/welche/
ivann sie von ihrem GOtt begnadiget werden/viele Gaben und Gna-den begehren / und nur an sich selbst dencken / anstatt daß sie sich viel-mehr selber vergessen / und nur an ihrei.tiM Gut dencken sollten.So machte es die Esther nicht: Sie achtete die Zierathen nichts' javerachtete sie vielmehr Aber sie ließ sich in der Einfalt ihres Hert-zens schmücken / mit allein was man wollte/ also daß sie weder etwasbegehrte / oder auch abschlüge. Sieließallessahren/ umsichüberalles GOtt und der Führung seiner Vorsehung zu überlassen / undgedachtenur/ ohiieeimnalzu dencken/ in ihrem Nichts zu bleiben.Und obgleich sich diese Seele nichts tim allen Zierath bekümmert / somachet sie doch ihre Einfalt so fürtrefflich schön / daßsie auch ohneSchmuck dem Bräutigam sehr wol gefallet und ihm angenehm / janoch lieber ist und noch mehr mit ihm vereiniget wird / als alle dieandern. -
v. X Im l Oden Monat) Am Ende oder un Ansang un-sers Jahrs/ - , . «
Im 7den Jahr-) dcrMgirnng dieses Königs kam Esthervor denselben- Scheinet also dieselbe; Jahr in dem Jungssen-Quartier / und Ahäsverus eben solang / wo nicht langer/ ohne Gc-mahlinzugebrachtzu haben.-Und ^ ^
Wenn es x.Lrx<:!> gewesen / so ist sich soviclwcniger darüber zuverwundern / weilderselbc die gantze Zeit über im Krieg verwickeltwar/ den er mit Griechenland angefangen. Weil aber derselbe nichtnach Wunsch abliefe/kehrte er vor sich selber wieder nach Haus: undda kan dieses erstpaffiret seyn. .
v. 17. Und der Räm'g liebte die Esther vor allen wei-been) und mag ihr eben damals den neuen Namen gegeben haben.
O wie gros ist nicht die Güte GOttes über dre Sünderinnen/Über die Magdalenen- undübcr die Sklavinnen! Eure so ehe Seele' wird nicht allein/ nachdem sie sich reinigen laffen/dem göttlichen Ko-nig zugesühret/sondcrn dersslbige gewinnet sie auch offt lieber als alleandere. Er findet sie unendlich-viel schoner/dieweil sie reinen andernSchmuck hat als die Einfalt. Sie besitzet keine fremde L-chouheit/sondern nur die Schönheit die er ihr selber gegeben hat.
Lie Lrone). der Ehren folget aus die Versuchung und Be-wahrung. Jac. - /1 r. Verachte nicht das Kleinod/ das drr vorge-halten wird!
Haupt / und machte siczurKönGn auVasthistatt.
18- Und der König machte tiue grose Mahl.zeit allen seimn Fürsten und seinen Knechtcu/ dieMahlzeit wegen der Esther: und er ertheilte denLandschafften einen Nachlaß/und gab Geschen-ke nach des Königs Vermögen-
19. Und da zum andern n;al Jungfrauen
versammlet wurden / so snß Merdechai im Thordes Königs. ^ '
20. Esther hatte ihre Verwandtschafft mw
ihr Volck nicht angezeigt / gleichwie ihr Morde»chai geboren halte. Dann Esther thät nach demWort Mordechai / gleichwie sie bey ihnl in derVerpsiegung war. _^ 21.In
Rönigm) ward Esther nicht uin ihrent willen blos; noch auchum der Juden willen nur/ daß solche durch sie solgen dS in der grossenNoth erhalten wurde»: sondern um der ganheii Kirche willen / alsein herrjicycs Exempel zur Aufmunterung des Glaubens vor dieVerachteten und Verlassenen.
An vssthi star^- die aus Furcht etwas wider ihren hohenStand zu begehen / dem König ungehorsam war / wird die gelasseneEsther Regentin. '
Owie viele solcherVafihi findet man nicht in diesen Tagen/welche lieber ihrem Konig ungehorsam seyn wollen /als daß sie dasallergeringste/ so da ihrem Stande verkleinerlich zu seyn ihnen nurso vorkommt-lzu thun wagen sollten!
Wir mögen dann zusehen / daß wir nicht auch Vssthi seyen.Wann sind wirs aber ? Antw. Auch wann wir doppeihct y,'gsind. An solche» hat GOtt keinen Gefallen. O laßt den doppele-
den nahen! Dann die arme / die Vater-und Mutter-lose /die Bett-lerin/ erhebet der gross König/ der Fürst oder das Haupt seinerKirche/ aus dem Koch/ und setzet sie unter die Fürsten/ ja laßt sie garden Thron derGlorie erben
y. 18. Der Rsnig ertheilte) auchderEsther zu Ehren
Den Landschafften einen Nachlast) in ihrer Schätzung/und erließdie Laxen derPrvvintzen/ ließ auch wol,im gantzcn König-reich den Lag durchgehend seyren; damit alles der Freude des Kö-nigs wegen seiner neuen Gemahlin mitgeniessen mögte.
Und gab Geschencke) seinen Fürsten und Bedienten/ undallen die ihm aufwarteten/ wie es dieHoheit seines Standes erfor-derte.
Escherist nicht/wie die andern/ eineBrautvon einer Nacht.Ihre Vereinigung ist nicht vorbeygehend/ sondern eine beständig-bleibende Vereinigung. Es ist keine Vereinigung derer Kräffte/sondern des Seelcn-Grundes. Sie wirdnichtallem wie die andernin des himmlischen Königs Kammer gebracht / sondern er nimmt sieauch in sein cigen Bette/welches die Heiligkeit und der Schoos Got-tes ist/aus. Daselbst ist sie so genau und innig mit dem Wortverbun-den / daß / wann man nur das geringste davon erkennen könte / mangewißlich darüber erstaunen würde. Der göttliche König richtet umihrent willen Gastmahle an / und überschüttet dabey tausenderlei)Menschen mit seinen Gütern. Sie vermag alles bey GOtt. klirrihrent willen lasst er die Lände« ruhen / indem er eine MengeSeelen in die Ruhe der Beschaulichkeit ziehet. Ja man kan sich das-jenige/ was GOttum einer solchen Seelen willen andern schencket/mchtsovorsiel'im. >
v. iy. gehet der Schreiber in seiner Erzehlung wieder met-was zurück / aus da» was sich vor der Esther Vermahlung zuge-tragen' um die Begebenheit mitden r Kämmerern dabey anzufüh-ren/ ulidzu zeigen wie Mordechai ihre Lomxicsrioo wider denKö-
nig inneworden.
Ju.-n ande, n mal) meynen einige / sey die Aufsuchung derJmlgsrmicn in der Resident; Susan geschehen/ da sie hey der erstenaus den Provmtzcn zujammengebracht worden.
v.ro. Esther hatte ihreverwandtschafft und volck)damals noch-
Nichr angezeigt) Damit weder ihr ein Haß wegen ihresVolcks / noch ihrem Volck eine Mißgunst wegen ihres Glücks / da-durch erweckt werden mögte. ,
Esther) ob sie wol als Königin nmizn befehlen hatte/ achtetedrum ihren Pfiegvater nicht gering/ sondern gehorchte
DemMordeciiai-.nach wie vor/als'wann sie noch seine Pfleg-Tochter wäre. Welches ihr zu grossin Ruhm der Frvmmssit undBejcheidenhcitgcrelchet.
Rrr rr v. ai.