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Deutsche Rechtsalterthümer / von Jacob Grimm
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394
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394 ftand. knechte . zehnten, dieiifterleichterung.

weiden dem zehnt herrn vorgetrieben, daß er darunterwähle, ibid. §. iiy. *)

Begreiflich haben lieh an manchen orten zelinten undzinfe vermifcht; es ill dann auch von zelinten die rede,die in gedrofchneni getreide zugemeßen oder in geld be-zahlt werden. Item, es gibt aueh ein jedes halb ein neuheller, lb man füllen zöge, gibt man von jedem einenalten pfeuniug. llofltätter w.

D ie decünae porcormu der lex Vifig. VIII. 5 berühreicli buch 3 cap. l unter ß.

12. alle abgaben, zinfe und zehnten pflegten im mittel-alter, weniglleiis für die hörigen geiliiicher liifte, auflangen pergunienlblätlei n, heberollen, verzeichnet zuwerden. Ich enllinne mich geieleii zu haben, daß ein-zelne gutsherrn lie auf bleierne tafeln ,eingrabeu ließenund diele Öffentlich bewahrten. \ ielleicht gehört hier-her, was Eikhart Arzt von den fahrläßigen Weißen-burger mönchen berichtet (Mone bad. arch. 2, 273- a.1469) : he ließent auch e lieh große pduggewiebt ver-lorn werden vor die zins und gölten, die daruf ltunden;über pfluggewiclit vgl. lialtaus 1488.

13 * ich hebe hervor, wie felir es in der fitte des aller-thums lag, die eiitrichtinig'der zinfe und abgaben zumildern und durch kleine gefalligkeiten zu vergüten.Wir pflegen wohl noch heule dem bauer, der feinfchuldiges geld bringt, ein fiülilliick vorzufelzen. Jemehr die ferne landesliei fchaft und ihre breiigerenbeamten an die ließe der näheren, freundlicheren guts-herrn traten, je mehr lieh die naturalleillungeu in miiuzeverwandelten; dello härter ill alles geworden. Im mit-telalter fchültete kaum ein fronfifclier feinen fang aus,der nicht ein Weißbrot dafür empfangen hätte **); derfchmid, der ins fendgerichl hufeifen und nage! lieferte,durfte fleh dafür holz in der gemeinen Waldung hauen.

*) reddant (coloui vcl fervi ecclefiae) de apibus decimuui vas.lex bajuv. 1. c.

**) wann der fifcher die fifch in den amthof bringt, fo Toll imdie ammauiu geben einen guten leib; were aller daß er den dienftbeßerte, fo Toll Re milt fein u. ira einen rindpralen geben. Men-chiuger vogtsrecht. Die erbfilcber beim bans von Monfchau fnl-len ausgain u. uf dat baus mit iren vifehen n. (ulten dair irrnkorf fchudden, dair fall man in fo guetlich thim, dat fei datgerne thmit. Kitz 1, 151. 152.