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T)aß -ie Hydraulik ober lWasserbaukunss eine der nützlichsten und wichtigstenWissenschaften für die menschliche und bürgerliche Gesellschaft ist, wird wohlvon niemand bezweifelt. Und es würde ganz übcrflüsstg seyn, zn beweisen, daßder Theil derselben, welcher lehrt, die Schiffahrt auf den Müßen zu erleich-tern, solche unter steh und mit den Meeren durch künstlich angelegte Canälezu verbinden, und im Innern des Landes schiffbare Gemeinschaft zu eröffnen,den Kaushcmdel, die Industrie und den Betrieb des Ackerbaues so sehr ver-mehrt und erhöht, daß dadurch den Staaten und ihren Unterthanen neueDuellen des Reichthums und der Wohlhabenheit zustießen. Wem kann eswohl in unsern Tagen unbemerkt bleiben, mit welchem Eifer in fast allenLändern, wo nur irgend Gelegenheit ist, man sich diese Bequemlichkeit zu ver-schaffen sucht, und keine Kosten scheuet, um die natürlichen Hindernisse zuüberwinden, und diese Absteht zu erreichen.
Der Herr Bellidor ist unstreitig der erste, welcher den Canalbau, alsTheil der Wasserbaukunst, wissenschaftlich behandelt, allgemeine Grundsätzeangegeben, solchen, nach seiner in allem Betracht sehr schätzbaren ^Methode,durch gute Muster von würklich ausgeführten Werken, einleuchtend und lehr-reich zu machen, gesucht hat. Diesen seinen Zweck um so mehr zu erreichen,wußte die Geschichte der schiffbaren Canäle auch das ihrige beitragen. Frey-lich wäre zu wünschen, daß er diesem Theile der Hydraulik mehr Ausdehnunggegeben. Aber dieser Mangel liegt in dem Plane seines so viel umfassenden
Werks, nach weichern er jeder Abtheilung gewisse Grenzen zu setzen sich gc-"bthigct sahe.
In der Vorrede ztim zweyten Theil seiner Hydraulik erklärt er aus-drücklich und mit allein Recht, daß derselbe abstrakten Untersuchungen minder
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