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Praktische Anweisung zur Baukunst schiffbarer Canäle, wie solche zu entwerfen, mit allen dabey vorkommenden Werken anzurichten, zu erbauen, und die Anschläge davon zu verfertigen sind : wobei besonders der französische Canal von Languedoc und dessen vorzügliche Werke als Muster so aufgestellt, wie sie der Herr de la Lande beschrieben / von Johann Ludewig Hogrewe ...
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Untersuchung des Projcets.

Merken stnd; als: es kann sich in dieser Horizontale eine niedriger Gelegene Ge-gend finden, wo das Bette des Canals über dem natürlichen Boden z» erhebenist, und sein Schlauch mit aufzuführenden Dämmen eingeschlossen werden muß.Ferner, wo er an dem Abhänge eines Berges oder einer Anhöhe, zugleich nahean einem in der Tiefe liegenden Fluß heraus, oder durch ein sehr enges Thal,und über Flüße und Bäche zu führen ist u. s. w. Lauter Vorfälle, die, wieausführlicher gezeigt werden soll, mit vielen Schwierigkeiten und großen Kostenverknüpfet sind, und selten ganz vermieden werden können.

Z. Wenn dem Gange des Canals sich beträchtliche und nicht zu umge-hende Höhen in den Weg legen, so muß man wohl beobachten, ob es thuttlichund Vortheilhast sey, ' diese Höhen zu durchgraben, und allö Erde an beidenSeiten heraus und zurück zu bringen, oder ob es weniger Kosten verursacht,wenn man den Canal, mittelst eines Gewölbes, unterirdisch durchführt. Beidesist sehr kostbar, besonders aber erfordert letzteres einen guten und festen Boden.

§- 22 .

Da bey den Canälen, wodurch zwey von einander abgelegene Nkeereoder schiffbare Flüße mit einander verbunden werden, der zu oberst oder amhöchsten belcgene Theil, des Canals, der zwischen zwey Schleusen eingeschlossenist, nach und von welchem die Schisse an der einen Seite heraus und an derandern herunter steigen, den Hauptvertheilungspunkt des Wassers oder das Re-servoir des ganzen Canals ausmacht, in allem Betracht der wichtigste Punkt ist,ber die ^Möglichkeit oder Unmöglichkeit des Profcctö entscheidet, so Mttß sowohlbey der ersten Untersuchung, als bey dem Nivellement und dem Entwurf, alleÄusmerksamkeit daraus verwandt werden. Je niedriger man denselben anlegenbann, um desto vortheilhaster ist es, weil man sowohl beym Herauf- als Her-untersteigen, um desto weniger Schleusen nöthig hat, dabey gemeiniglich densel-ben mit geringerer Schwierigkeit den erforderlichen Zufluß von Wasser verschaf-fen und viele Kosten ersparen kann. Diese Höhe hängt aber kcinesweges vonunserer Willkühr, sondern einzig und allein von der Lage und Beschaffenheitder Gegend, des Flußes, Teichs oder Bachs ab, von welchem dieser obere zwi-schen zwey Schleusen eingeschlossene Theil des Canals, entweder unmittelbar