22 ' 'Zweyter Abschnitt.
oder durch einen besondern Zulcituttgsgrabcu, das zur Schiffahrt erforderlicheWasser erhält. In diesem letzter« Fall muß diese Zuleitung von dem Punkt,wo he in dem Canal einfällt, hinaufwärtö, so weit es nöthig, erst untersucht,gemessen, und nivellirt werden, damit man hebt, wo dessen natürliches Gefallezu beschleunigen, zn mäßigen, und zu verbessern; auch ob durch die Zuleitungmehrerer kleiner Bäche und Quelle» der Waffrvorrath zu vermehren siehe.Bor allen Dingen muß man nicht vergessen, Beobachtungen anzustellen, nachWelche» man den Zufluß des Wassers sowohl bey nasser als trockner Jahrszeit,nach einem angenommenen Zeitraum von etwa 24 Stunden, nach aller Wahr-scheinlichkeit berechnen kann; damit, wenn ohngesehr bestimmt isi, wie vielSchisse den Canal in dieser Zeit pasfrcn, man einen Überschlag machen kaun,ob diese- Quantität hinreicht, auch bey trockner Zeit die Verschwendung derSchleusen, die Ausdünfung und das Durchseigen dcs.lWasserö im obern Theilldes Canals zu befreiten und zu ersetzen. Die Wichtigkeit dieses Punkts wirdJedermann einleuchtend seyn; weil, wenn es diesem obern Theil an hinreichen-dem Wasser fehlt, die Schiffahrt keinen Befand habe» kann. Ich setze nochhinzu, daß die Mittel und Einrichtungen, die mau deswegen vorkehrt undmacht, als z- B. daß die Schifahrt hie und da nur an festgesetzten Tagen in
der Woche offen, an den übrigen aber die Schleusen geschlossen, der Freyheit
der Schiffahrt sehr nachkheilig find, und fe unvollkommen macht. So langeman also über diesem Punkt noch nicht mit fch selbf einig, und derselbe nochzweifelhaft if, erfordert es die Klugheit, ein solches Unternehmen nicht auzu-rathen, und seine Ehre dabey nicht aufs Spiel zu setzen.
2Z.
Z. Wenn diese dem Vertheilungspunkt zugeführke Quantität Wasser, beytrockner Jahrszeit, da die kleinen Bäche und Quellen nicht so reichhaltig an
Wasser als sonf find, zur Unterhaltung der Schiffahrt nicht hinreichet, so muß
dahin gesehen werden, ob nicht in einem Thale, Grunde, oder sonf ein Wasser-behälter anzulegen sey, in welchem man das, zu andern Zeiten, wenn die Schif-fahrt, nicht so stark als gewöhnlich betrieben wird, überflüssige Wasser, welchesman doch sonf ungenutzt ablaufen lassen muß, fammlen und für die trockene