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Praktische Anweisung zur Baukunst schiffbarer Canäle, wie solche zu entwerfen, mit allen dabey vorkommenden Werken anzurichten, zu erbauen, und die Anschläge davon zu verfertigen sind : wobei besonders der französische Canal von Languedoc und dessen vorzügliche Werke als Muster so aufgestellt, wie sie der Herr de la Lande beschrieben / von Johann Ludewig Hogrewe ...
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Beschreibung des Canals von Aangueboc.

Macht, mit Grand überschüttet, und da er mit aller Sorgfalt unterhaltenWird, so ist bey stillem Wetter auch nur ein Pferd für jedes Schiff nöthig.Das Ziehen der Schiffe wurde durch die am Ufer wachsende Sträucher undSchilf sehr erschweret. Jetzt reichet man die Sträucher aus, schneidet desJahrs etliche mal den Schilf ab, und ziehet ihn, wo c§ nöthig, mit derBanrzel heraus.

Die cheke Bewegung des Wassers hatte dem Schlauch des Canals eine un-ordentliche Gechalt gegeben; nach Beschaffenheit des Erdreichs waren hier dieSeiten ausgehöhlet, dort hervorstehend. lMan wandte deswegen sehr großeSummen an, um dem Canal durchgehends eine Breite von 60 Fuß auf derVoafferfläche zu geben. An vielen Stellen mußte man sehr ansehnliche Aus-füllungen mit Lage für Lage eingestampfter Erde machen, und die Abdachun-gen mit herbey gehöhlten Nasen decken. An andern Stellen mußten charkeErbreiternngen vorgenommen werden. Ttnd zur Erhaltung dieser Form fandMan kein besseres ^Mittel, als die neuen Ufer mit Schwerd-Lilien, wie schonZ. 44. gesagt, zu bepflanzen.

Bey Erbauung des Canals hatte matt flch der in der Nahe gefundenenSteine bedient, die aber nicht immer von hinreichender Güte waren. Seit2g Jahren hat man deswegen fast alles Mauerwerk neu ausgebessert, und die'Schleusen, deren Conflruetion man fehlerhaft fand, ganz von neuem erbauet-Am Ein- und Ausgange der Schleusen hat man die Flügelmuttern verlängert,UM das Einschießen der Abdachungen zu behindern. Auch find zur Verhütungder Durchbrüche, die während dem Winter nur zu oft entstehen, noch vielesehr dauerhafte Abzüge von Du aber und Backsteinen angelegt.

Die Flüße, an welchen der Canal nahe heraus geht, flnd durch viele neueHaken mehr davon entfernt worden, und die äußern Abdachungen des Canalsgegen diese Flüße flnd durch fchrägliegende Mauern von trocknen Steinen ver-stärkt. Dieses Mittel hat mau auch bey der Abzapfung des Eefse-Flußcs,M einer Länge von Zoo Klafter, angewand.

Man hat den Fluß Libron über dem Canal geleitet, um das VersandenlMd das Durchbrechen für immer abzuwenden. Dieses Werk hat 100,000Abres gekostet.

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