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Die Flora der Schweiz : mit besonderer Berücksichtigung ihrer Vertheilung nach allgemein physischen und geologischen Momenten / von A. Moritzi, Professor der Naturgeschichte an der Höhern Lehranstalt in Solothurn
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Gramineae.

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sehr selten. Bisher bloss bei Basel, Orbc, Iferten, Mor-see und Genf bemerkt.

Cultivirte Arten.

n. vulgare L. Gerste. Aehrc flzcilig: 2 Zeilenstärker vortretend als die übrigen. Alle Aebrchen sindZwitter. Bei uns wird die Gerste hauptsächlich insolchen Gegenden angebaut, wo Weizen und Koggen nichtmehr forlkommen, nämlich in der montanen und sub-alpinen Region der Berge. Ihr Nutzen ist sehr wichtig.Sie gibt ein etwas rauhes Brod, liefert das Malz zur Bier-bereitung, gibt, wenn sie von den anhaftenden Spelzenbefreit ist, die Perlengerstc fiir Suppen und ist in vielenFällen ein ausgezeichnetes Arzneimittel. Sie stammt wahr-scheinlich aus Mittelasien.

a. Mit unbeschalten Früchten. II. v. coelestc. llimmels-gerste.

II. hexustichon L. Knopfgerste. Aelire mit sechsgleich stark hervortretenden Zeilen. Diese Gerste wirdauch noch ziemlich häufig hei uns angebaut , reift abererst im August.

II. distichum L. Futtergerste. Aehre zusammen-godrückt-2zeilig. Seitliche Aehrchen männlich, unbegrannt.Reift schon Anfangs Juli und lässt daher noch eine zweiteEmdte von Buchweizen oder weissen Rüben zu. Ausser-dem ist diese Art zur Bier-, Branntwein- und Essig-bereitung brauchbarer als die gemeine Gerste, uud daherwird sie in vielen Gegenden sehr häufig angepflanzt.

II. Zeocrilon L. Ilartgerste. Reisgerste. Aehrezusammengedrückt-2zeilig. Seitliche Aehrchen männlich,unbegrannt; die mittlern Zwitter, liegrannt: Grannenfächerförmig auseinander gehend. Wird selten angebaut.

t Secale.

Aehrchen 2blumig, mit einem gestielten Rudi-ment einer dritten Hhithe. Allgemeine Spelzenpfriemförmig. Im übrigen wie Triticum.

t. S. cereale L. Roggen. Diese Getreideart, dieman an ihren 48' hohen Halmen und begrannten Aehrenleicht unterscheidet, wird früher als der Weizen reif undlässt daher eine zweite Emdte von Feldfrüchten zu. Sie