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Handbuch der Oryktognosie : zum Gebrauche bei seinen Vorlesungen und zum Selbstunterricht : mit besonderer Berücksichtigung der oryktognostischen Verhältnisse des Grossherzugthums Baden / entworfen von Fr. August Walchner
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Kalk.

Zusammensetzungdes Kalkspathsvon Island;

des K. von Andreasherg ;nach Stromeyer.

Kalk.

Kohlen«

säure.

Wasser.

Alaug oxjdn.einei.SjiurKi« oxvtlul.

56. i555.9802

45.70

3.5635

0.1000

0.150.3563

Summe.

100

100

Der Kalkspnth ist allgemein verbreitet und findet sichvom ältesten Gebirge an durch alle Formationen heraufbis zu den jüngsten Lagern der Erdrinde und sehr oftauch im vulcanischen Gebirge , am häufigsten aber aufGängen im Ur-, Ucbergangs- und Flützgebirge. Die reinstenund schönsten Abänderungen , wiewohl selten krystallisirt,finden sich auf Island und sind unter demNamen des isländischenDoppelspathes bekannt. Die ausgezeichnetsten Krystallekennt man aus Dcrbyshirc in England , vom Harze , ausSachsen, Böhmen, Ungarn, Siebenbürgen, Kärnthen, Steyer-mark und Frankreich. In Baden finden sich ausgezeichneteKalkspath- Krystalle, auf der Grube Teufelsgrund im Aliin-sterthal, bei Wiesloch, Waldsbut, auf der Grube im Ub-stadter W ald , im Bogenstein bei Uffhausen unfern Frei-burg, und bei Riedlingcn unfern Rändern. Auch auf dennunmehr aufgelasscnen Gruben St. Wenzel und Friedrich-Christian sind vordem sehr schöne Kalkspathe vorgekommen.Der stängelige Kalkspath findet sich in derben Massen vonweingelber und honiggelber Farbe zu Oberrotbweil , undvon weisser Farbe auf der Höhe des Badberges bei Vogs-burg am Kaiserstuhl. Weniger ausgezeichnete Abänderungenvon späthigem Kalke kommen iiberdiess noch an vielenOrten vor. Der quarzige Kalkspath findet sich in demSteinbruch Rocher-Germain bei Fontainebleau unfern Parisund bei Nemours im Departement der Seine und Marne.Der bituminöse Kalkspath kommt an der Staffelegg beiAarau in der Schweiz , bei Häring in Tyrol , am Süntelbei Münden in Ilanover , zu Osterode am Harze und zuGarphytta in Schweden vor.

2. Varietät. Faserkalk (Eisenblüthe).

Thcils gerade -, theils krumm - , stets aber gleichlaufend-fasrig. Wenig perlmutterartig glänzend. Schwach durch-scheinend , oft nur an den Kanten. Weiss, ins Gelbe, Graue,Braune, Rothe und Grüne. Die färbenden Substanzen sindEisen , Mangan , Kobalt , Kupfer und Nickel. Tropfstein-artig, kugelig, zackig, staudenförmig, nieren - und röhren-förmig, nicht selten im Innern hohl. Oft ist mit der fäs-rigen Structur eine schalige Absonderung verknüpft. Auchderb und als Ueberzug.