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Practische Anleitung zur Anwendung der Cemente zu baulichen, gewerblichen, landwirthschaftlichen und Kunst-Gegenständen : bearb. von W.A. Becker
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nur mit Cementmörtel ausgefüllt, ohne Deckschichten darüber.Um die Dichtung der Lagerfugen vornehmen zu können, wur-den zwischen die Ober- und Unterstücke 1^—2 Zoll starkeSteinstücke uu gelegt. Falze sind bei diesen Querschnittendes Kanals und der Stärke der Wandungen, wegen des leich-ten Beschädigens beim Transportiren, nicht für zweckdienlicherachtet worden.

Das Verlegen und Verbinden der 5 Fufs langen Kanal-stücke wurde leicht und schnell bewirkt, und in einem Tage100 laufende Fufs Kanal, excl. der erforderlichen Erdarbeiten,fertig hergestellt.

Der laufende Fufs Kanal, nach dem Profil Fig. 9 Bl. 11,mit lichtem Durchmesser von 15 Zoll und 2\ Zoll starkenWandungen, wurde contractlich, incl. Transport und Verlegen,mit 1 Thlr. 1\ Sgr. bezahlt.

Bei Ausführung anderer Kanal-Leitungen von 2 Fufs lich-tem Durchmesser und 3 Zoll starken Wandungen erhieltennur die Stofsfugen noch besondere Deckrippen nach Fig. 15Bl. 11 , von 7 — S Zoll Breite und 1^— 2 Zoll Stärke, von Dach-ziegeln und Portland - Cement auf die zuvor rauh gemachtenOberflächen der Kanalstücke, während die Lagerfugen nur mitreinem Cement-Mörtel, gedichtet wurden.

Mit den nach Profil Fig. 8 und 9 Bl. 11 und mittelstder Form Fig. 3 Bl. 11 dargestellten Kanalstücken, jedoch vongröfserem lichten Durchmesser, sonst in ähnlicher Verbindungder einzelnen Stücke mit einander wie vorbeschrieben, sinddiese auch zur Anlage von Durchlässen bei Chausseen, stattder gewöhnlichen Durchlässe von Feldsteinen mit Deckplattenmehrfach mit vielem Erfolge und beträchtlicher Kostenerspar-nifs benutzt worden.

Bei den Chaussee-Bauten im Schlawer Kreise (Hinter-pommern) sind seit 1858 Kanaldurchlässe aus Cement-Beton gefertigt und je nach der Oertlichkeit mit dem Erdbo-den in einer Höhe von 2 bis 35 Fufs beschüttet worden, dieauch im letzten Falle bei einer Belastung von 200 Ctr. keineVeränderung gezeigt haben *).

Diese Kanaldurchlässe hatten zumeist einen lichten Durch-messer von 2 Fufs, eine Stärke in den Wandungen von 3 Zoll,und wurden in Längen von 5 Fufs angefertigt. Zum Mörtelverwandte man 1 Theil Stettiner Portland-Cement und 3 Theilegroben, gut gewaschenen Kies, in Gröfse von Haselnüssen. DieVersuche, statt des groben Kieses, groben Sand und Ziegel-stücke anzuwenden, hatten eine geringere Festigkeit der Ka-nalstücke ergeben.

Die Herstellung dieser Durchlässe geschah nach beiste-hender Fig. 37 a und b wie folgt:

Fig. 37.

*) Erb kam’s Zeitschrift für Bauwesen. Jahrgang 1859. S. 417.

Die Sohle der Baugrube wurde in der Breite der Unter-stücke gepflastert, stark abgerammt und mit Sand abgegli-chen; hierauf wurden sämmtliche Unterstücke auf das Sohlen-pflaster gestreckt und die 2 Zoll starken Stofsfugen mit der-selben zu den Kanalstücken verwendeten Mörtel-Masse aus-gefüllt. In gleicher Weise sind die Oberstücke zusammenge-setzt. Um die Lagerfugen dichten zu können, wurden zwi-schen die Ober- und Unterstücke 2 Zoll starke Steinwürfeln Fig. 37 b gelegt.

Schwächere Fugen, meinte man, würden die Arbeit desZusammensetzens erschweren und nicht so dicht werden.

Die Flügel- und Brustmauern wurden von Bruchstein-stücken mit einem Mörtel von 1 Theil Portland-Gement und5 Theilen Sand aufgeführt.

Bei einem derartig ausgeführten Durchlafs nach Fig. 37a und b von 34j Fufs Länge, und der mit der Sohle 5 Fufsunter die Krone des Planums zu liegen kam, kostete, nachvollständiger Herstellung, der laufende Fufs rund 1 Thlr. 27 Sgr.

Bei einem etwas abgeänderten Profile lassen sich Doppel-Durchlässe leicht bilden.

Während man bei Kanal-Profilen von 12 —15 Zoll lich-tem Durchmesser mit 2 — 2t Zoll starken Wandungen, muf-fenartige Ansätze zu den Verbindungen der einzelnen Ka-nalstücke wegliefs, theils weil man glaubte, dafs selbige beider geringen Stärke der Wandungen nicht dauerhaft genughergestellt, auch bei dem Transport leicht beschädigt werdenkönnten, wurden diese Ansätze bei Kanal-Profilen von 18 Zollbis 3 Fufs lichtem Durchmesser, und von mehr als 2\ ZollStärke in den Wandungen, zur bessern Dichtung der Fugen,bei Wasserleitungen vielfach angewandt, und zugleich in derForm gebildet.

Zur Darstellung der Muffen über den Stofsfugen undlängs der Lagerfugen, nach den Quer-Profilen Fig. 11 bis 14,des Längen-Profils Fig. 17, und der äufseren Ansicht einesKanalstücks Fig. 18 Bl. 11, dient das behobelte Lattenstück aund das Schablonenstück b in den Formen Fig. 5 und 6 Bl. 11.Die Form und Abmessungen dieser Muffen sind in den Fi<m-ren 11 —14 zu ersehen.

Von den durch Herrn F e h s e ausgeführten Kanalstreckenmit derartigen Muffen, nach Profil Fig. 12 u. 13 Bl. 11, kosteteder lauf. Fufs incl. Transport und Verlegen 1 Thlr. 10 Sgr.

Von dem durch Denselben in der Mathäi- und Bellevue-Strafse in Berlin 1856 ausgeführten Kanäle, welcher 2 und 2\Fufs im Lichten weit, circa 1300 Fufs Länge hatte, und aufKalkstein-Fundamenten gestreckt wurde, kostete der laufendeFufs, incl. Transport und Verlegen, jedoch excl. Fundamentund Erdarbeiten, 2 Thlr. 12 ‘ Sgr., und wurden pro Tag durch-schnittlich 100 laufende Fufs verlegt.

Durch Denselben sind am Köpeniker-Thore in Berlin 200lauf. Fufs Kanal von 2j Fufs lichtem Durchmesser von Port-land-Cement-Mörtel und klein geschlagenen Granitstückenausgeführt worden, wovon der laufende Fufs incl. Transportund Verlegen mit 2 Thlr. 10 Sgr. bezahlt wurde.

Statt der Muffen über den Stofsfugen, Fig. 17 u. 18 Bl. 11 ,wurden bei 4 Zoll starken Wandungen der Kanalstücke Falz-fugen nach Fig. 16 Bl. 11 angewandt. Die Bildung des un-tern Falzes y, Fig. 16 Bl. 11 , wird durch das Schablonenstück bin dem Formstück Fig. 4 Bl. 11 , und die Bildung des obernFalzes x Fig. 16, durch das Schablonenstück b in dem Form-stück Fig. 5 Bl. 11 bewirkt.

Bei dem im Herbste 1855 durch den Maurermeister HerrnEyfferth von der Potsdamer- nach der Leipziger-Strafse inBerlin ausgeführten Kanäle, von 168 Fufs Länge, nach demProfile Fig. 14, Bl. 11 , erhielten die Ober- und Unterstückevon 3.} Fufs Länge und 4 Zoll Stärke in den Wandungen, der-artige 1\ Zoll tiefe Falzfugen x y Fig. 16 Bl. 11. Die Kanal-

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