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obern Mauerschichten ein Zusammendrücken der Poren, also dieallgemeine Erscheinung des Sichsetzens der Mauerwerke.Ein vollständiges Zusammendrücken der Poren wird aber durchdie sich gegeneinander versprcizenden Sandkörner verhindert.
Wenn nun auch ein ziemlich bedeutender Gehalt an un-gelöschten Kalktheilchen im Mörtel befindlich ist, so sinddiese Theilchen zwar allerdings beim nachträglichen Löscheneinem Quellen unterworfen, sie finden aber in den durch dasAustrocknen des Kalkbreies entstandenen Poren noch hinläng-liehen Raum sich zu lagern. Bei der sehr langsamen Erhär-tung des Kalkmörtels besteht auch noch längere Zeit hindurcheine Verschiebbarkeit der Theilchen, so dafs die nachträglichzur Löschung und zum Quellen kommenden Kalkkörnchen keinzu grofses Hindernifs finden, um sich in den Poren der Kalk-masse und in den nicht vollständig erfüllten Zwischenräumender Sandkörner zu vertheilen.
Betrachten wir nun dagegen einen Cement, der fehlerhaf-ter Weise freien Kalk enthält. Es ist hier das Verhältnifsein umgekehrtes. Wir haben der Hauptmasse nach in deneigentlichen Cementtheilen eine Substanz, die beim Behandelnmit Wasser ihr Volumen nicht vermehrt, die also zur Mör-tel consistenz angerührt, bei demnächstigen Austrocknen inweit geringerem Mafse eine poröse Beschaffenheit annehmenkann, wie gewöhnlicher Kalkmörtel. Der erhärtete Cement-mörtel bildet eine dichte und zwar wasserdichte Masse.
Enthält nun in Folge einer fehlerhaften Fabrikation derCement freien Kalk, so finden beim nachträglichen Löschendiese quellenden Kalktlieile keinen Raum zu ihrer Lagerung,die nachtheiligen Wirkungen sind somit unausbleiblich.
Wenn auch allenfalls, im Ganzen betrachtet, in den Zwi-schenräumen der Sandkörner und in den durch Luftblasenentstandenen Höhlungen noch Raum vorhanden ist, so kannderselbe nicht zur Ausgleichung jenes Fehlers nutzbar wer-den, weil die zu rasch eingetretene Erstarrung der Mörtel-masse eine Verschiebung der Theile verhindert. So bleibtdann nichts übrig, als dafs die Masse gesprengt und in ihremZusammenhalt gelockert wird.
Zu diesem blofsen Quellen des Kalks kommt nun nocheine zweite Wirkung. In dem Cement befindet sich in derRegel ein gewisser Uebcrschufs von Silicaten, die der Ver-bindung mit Kalk fähig sind. In dem Maafse, wie sich nunKalk nachträglich löscht, finden auch nachträgliche Bildungenvon Kalk-Doppel-Silicaten statt, es findet auf Grund der aufSeite 56 mitgetheilten Beobachtung des Herrn Dr. Bleibtreu,noch eine nachträgliche Krystallisation statt.
Eine Krystallbildung aber fügt sich nicht in die zufälligeGestalt der hohlen Räume; sie folgt dem, durch ein bestimm-tes Naturgesetz vorgeschriebenen Wege der Gestaltung. Wennauch der Raum im Ganzen ausreicht, so kann er dennoch zuklein sein; wenn er aber nicht einmal ausreicht, so wird umso mehr die zersprengende Kraft der Krystallisation ein treten.Von der Gröfse dieser Kraft kann man sich eine Vorstellungmachen, wenn man die zersprengenden und auflockerndenWirkungen des krystallisirenden Wassers, des Eises, gedenkt.
Fragt man nun, ob jene Erscheinung des Quellens fehler-hafter Gemente auch wohl noch nach Jahr und Tag sich äu-fsern könne, so dürfte dies unter gewissen Beziehungen wohlmöglich und die Erklärung hierfür in dem Umstande zu findensein, dafs ein Cement fraglicher Art zu rasch in einen trock-nen Zustand übergesangen ist und dafs die darin enthaltenenungelöschten Kalkkörnchen durch eine wasserdichte Cement-hülle umgeben sind. Cemente, welche viel freien Kalk ent-halten, erhitzen sich bekanntlich bald nach der Bindung. DieMörtelmasse erscheint oft nach ganz kurzer Zeit beim Durch-brechen staubig trocken. Es können also etwa darin enthalteneungelöschte Ivalktheile sich möglicherweise während geraumer
Zeit unverändert erhalten, indem der Zutritt atmosphärischerFeuchtigkeit gerade durch die Wasserdichtigkeit des umgeben-den Cementes gehindert ist. Nach und nach entstehen nunzuerst an der Aufsenfläche des erhärteten Mörtels Luftrisse— alle letten, rasch erhärtenden Gemente sind denselben ins-besondere ausgesetzt — und durch diese Risse dringt nunFeuchtigkeit ein, die alsdann die Kalktheilchen zur Löschungund zur nachträglichen Wirkung bringt.
Finden nun die obigen Umstände nicht statt, so dürftedie längste Zeit, innerhalb welcher nach Verwendung einesmangelhaften Cements ein Quellen stattfinden kann, nach Ver-lauf von 3 Monaten zu setzen sein; zumeist wird das Quellenschon innerhalb 3 Wochen stattgefunden haben.
Wie nun nach den Versuchen des Hrn. Prof. MangerSeite 62 beim Einrühren des Mörtels, welcher aus gepulver-tem Kalk und Portland-Cement zusammengesetzt worden war,in Folge des Löschens des Kalks eine Erwärmung und eineAufschwellung des Mörtels erfolgte, so treten ganz die-selben Erscheinungen bei den sehr schnell erhärtenden Roman-und Portland-Cementen ein.
Derartige Cemente zeigen alsdann bald nach der Bindungeine sehr bemerkbare Erwärmung und eine sehr schnelleErhärtung, wodurch die Gefahr einer nachträglichen Vo-lumen-Vergröfserung entsteht. Leider werden diese Er-scheinungen noch so oft als Merkmale eines guten Cementesangesehen, während sie gerade den weniger guten Cementkennzeichnen.
Die schnell erhärtenden Portland - Cemente gebrauchenzur Bildung des Mörtels eine gröfsere Wassermasse als dielangsam erhärtenden. Der schnell erhärtende Mörtel saugt,indem er sofort eine compacte Masse bildet, das Wasser be-gierig ein, und bringt man ihn in diesem Zustande, zu einemBallen geformt, unter Wasser, so ereignet es sich nicht selten,dafs er zerfällt, nichtsdestoweniger aber hinterher in einen sehrfesten Zustand übergeht.
Der Chemiker Herr Winkler in Breslau (Dinglers po-lyt. Journ. 1856, Bd. 140, S. 106) giebt als charakteristischesMerkmal des Portland-Cements an, dafs er keinen kausti-schen Kalk enthalte. Hieraus erklärt sich dann das Auf-schwellen einiger Portland-Cemente; dies geschieht nämlichbei solchen, welche durch mangelhafte Mischung der Bestand-theile und durch ungleichmäfsiges Brennen noch kaustischenKalk enthalten. Dies wird denn auch durch die Versuchein Cherbourg Seite 63 — und durch die Versuche des HerrnManger Seite 61 — dahin bestätigt, dafs Portland-, Roman-und Medina-Cemente, welche mit Pulver von gebranntemKalk vermischt worden, ebenfalls der Aufschwellung unter-worfen sind.
Mörtel von derartigen Cementen gebildet, fallen, unterWasser gebracht, auseinander, weil das Wasser den kausti-schen Kalk auflöst und erhärten dann erst später, nachdemder kaustische Kalk vollständig gelöscht ist und in diesemZustande mit den cementirenden Stoffen in Verbindung tritt.
Die schnell erhärtenden Portland-Cemente sind jedochkeineswegs gänzlich unbrauchbar, da man ihnen die Eigen-schaft allzuschnellen Erhärtens und des Aufschwellens dadurchbenehmen kann, dafs man sie mit vielem Wasser ziemlichdünn einrührt und einige Zeit vor der Verarbeitung ruhenläfst, insbesondere so lange, bis die beim Einrühren eingetre-tene Erwärmung völlig aufgehört hat; doch gestatten sie nureinen geringen Sandzusatz.
Portland-Cemente, welche zu Folge vorgenommener Probe,nicht frei von kaustischem Kalke sind, kann man auch da-durch in ihren Wirkungen abstumpfen, wenn man sie an trock-nen Orten in dünnen Lagen ausbreitet. In Folge dessen nimmtder vorhandene kaustische Kalk aus der Luft Kohlensäure