Band 
Erster Band: Vom Satz.
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Erfindungsgeschichte.

auf die Anwendung gegossener Lettern hin, gleichwie der merkliche Unterschied, der zwischen diesenim Allgemeinen eckigen und oft länglichen Typen und den späterhin durch Peter Schöffer ver-besserten besteht, beweist, daß sie ohne den Beistand des letzteren durch Gutenberg und Fustallein gegossen sind.

Vorstehendes Facsimile aus dem Buche der Könige, das dem Pergamentexemplare derUniversitätsbibliothek zu Leipzig entnommen ist, möge zur Veranschaulichung des Gesagtenund zum Vergleich mit der weiter unten gegebenen Probe Schöffer 'scher Typen dienen.

In diesen: zwar nicht genug zu bewundernden, aber im Vergleiche mit Fusts undSchöffers Psalter noch unvollkommenen Erstlingswerke liegt der für die Geschichte der Typographienicht uninteressante Beweis, daß Gutenberg, nachdem er selbst bis zu den: Gedanken, Letternzu gießen, gelangt war, noch viele und große Hindernisse zu überwinden hatte, daß in der Aus-führung dieses Vorsatzes und in Erforschung der zweckmäßigsten Mittel dazu erst die Haupt-schwierigkeit lag, daß es überhaupt unzähliger höchst kostbarer und mühevoller Versuche bedurfte,von den gegossenen zu den geschlagenen, von den bleiernen zu den kupfernen Matrizen, sowievon den hölzernen Buchstabenstempeln zu den stählernen Patrizen (Vaterformen) zu gelangen,und ferner das geeignete Metallgemisch für den Letternguß und endlich diejenige Einrichtung derGießform zu finden, welche einer Schrift von der keinsten Dimension das genaueste Gleichmaßverschafft." Immerhin muß die Leistung Gutenbergs als eine erstaunenswerthe erscheinen, wennman sich besonders den kurzen Zeitraum vergegenwärtigt (etwa von 140050), während dessener, von den primärsten Anfängen ausgehend, sich zu einen: so bedeutenden Unternehmen befähigthatte. Seine Bestrebungen aufzunehmen, das Verfahren zu vervollkommnen und schließlich zurhöchsten Vollendung zu gestalten, war einen: Manne vorbehalten, der als das dritte ergänzendeGlied im Bunde der Erfinder, die Gruppe derselben schließt, und zu dessen Einführung wir inFolgendem übergehen.

Heter Sch Skier.

Peter Schöffer wurde in dem ehemals kurmainzischen Städtchen Gern shein: amrechten Rheinufer zwischen 14201430 geboren. Ueber seine Jugendverhältnisse ist uns leiderebenso wenig Zuverlässiges wie über diejenigen Gutenbergs bekannt geworden, da seine Vaterstadtin jenem schrecklichen Verheerungszuge der Franzosen im Jahre 1689 das Schicksal der meistenpfälzischen Städte, die in Flammen aufgingen, theilte, wodurch natürlich die alten Kirchenbücher,die uns hierüber einigen Aufschluß geben könnten, mit zerstört wurden. Daß er schon früheine schöne Handschrift und in hervorragendem Grade das Talent besaß, Bücher mit allerhandMalereien, Anfangsbuchstaben und kunstvollen Zügen zu verzieren, geht aus einem auf der Straß-bürger Stadtbibliothek noch vorhandenen, von ihn: geschriebenen und aus Paris vom Jahre1449 datirten Manuscripte hervor. Gleichzeitig erfahren wir aus demselben, daß er in seinerJugend auch gelehrte Studien getrieben; doch scheint er in der Folge dieselben aufgegeben zu