Die Aegypter. Arithmetisches.
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heittheilhaftig worden und habe das Vorrecht erhalten, Ringe zu tragen.')Zu dieser Sage kommen noch alterhaltene Denkmäler. In einer Pariser Sammlung ägyptischer Alterthümer 2 ) findet sich eine rechte Hand,an welcher die zwei letzten Finger umgelegt sind. Das kann wenig-stens eine Zahlenbedeutung gehabt haben. Ueber die Möglichkeithinaus bis beinahe zur Gewissheit führen aber Bezeichnungen alt-ägyptischer Ellen 3 ), welche in mehreren Exemplaren vorhandensind. Die Zahlen von 1 bis 5 sind durch die fünf Finger der linkenHand, welche allmälig vom kleinen Finger anfangend ausgestrecktwerden — wenigstens wird der Daumen zuletzt ausgestreckt — dar-gestellt. Zur Bezeichnung der Zahl 6 dient alsdann die rechte Handmit ausgestrecktem Daumen bei im Uebrigen geschlossenen Fingern,allerdings eine fast überraschende Uebereinstimmung mit der obenberührten Sitte jener von links nach rechts an den Fingern zählen-den Negerstämme. Dagegen dürfen wir nicht verschweigen, dassnach diesen sechs Bildern, die an Deutlichkeit Nichts zu wünschenübrig lassen, wieder an verschiedenen Exemplaren sich bestätigendzwei weitere Bilder auftreten, jedes 4 ausgestreckte Finger ohneDaumen darstellend, welche unserer Deutung nicht ferner zu Hilfekommen, wenn sie derselben auch nicht geradezu widersprechen.Dieser letzten Bilder wegen sahen wir uns zu dem behutsameren„beinahe" veranlasst, welches die Gewissheit des Fingerrechnens alsdurch die Fingerzahlen auf den Ellen bezeugt einschränken musste.
Mit aller Gewissheit ist uns von dem instrumentalen ilechnender Aegypter Nachricht zugegangen. „Die Aegypter“, so erzählt unsHerodot 4 ), der Land und Leute aus eigener Anschauung genau kannte,und der stets unterscheidet, wenn er nur ihm selbst Berichtetes undnicht Erlebtes mittheilt „schreiben Schriftzüge und rechnen mitSteinen, indem sie die Hand von rechts nach links bringen, währenddie Hellenen sie von links nach rechts führen.“ Diese Erzählung istnicht misszuverstehen. Als richtig von uns erkennbar, wo sie derhieratischen Schriftfolge der Aegypter von rechts nach links gedenkt,gewährleistet sie ein Rechnen mit Steinen muthmasslich auf einemRechenbrette etwa für das Jahr 4G0 vor Chr. Sie gewährleistet es,was wir in einem späteren Kapitel in Erinnerung bringen werden,für die Griechen mit derselben Sicherheit wie für die Aegypter.
Der Begriff des Rechenbrettes, auf welchem mit Steinen ge-
’) Macrobius , Convivia Sarturnalia Lib. VII. cap. 13. 2 ) Claude daMolinet, le cabinet de la bibliotheque de Ste. Genevicve. Paris , 1602. Tab. 9 p. 16.Auf diese sehr interessante Andeutung hat Heinr. Stoy, Zur Geschichte desRechenunterrichtes 1. Theil, S. 40, Note 3 (Jenaer Habilitationsschrift von 1876jzuerst hingewiesen. 3 ) Die Abbildungen bei ß. Lepsius, die altägyptischeElle und ihre Eintheilung (Abhandlungen der Berliner Akademie 1865). 3 )IIero-dot II, 36.