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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
Entstehung
Seite
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I>ie Aegypter. Geometrisches.

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Rechenkunst geschehen ist, zu sammeln, was die Ueberlieferung ins-besondere griechischer Schriftsteller, was auch sonstige Denkmälerzur Ergänzung uns bieten. Herodot erzählt'), wie schon oben theil-weise verwerthet worden ist, Sesostris (also Ramses II. ) habe dasLand unter alle Aegypter so vertheilt, dass er Jedem ein gleich grossesViereck gegeben und von diesem seine Einkünfte bezogen habe, in-dem er eine jährlich zu entrichtende Steuer auflegte. Wem aber derEluss von seinem Theile etwas wegriss, der musste zu ihm kommenund das Geschehene anzeigen; er schickte dann die Aufseher, dieauszumessen hatten, um wie viel das Landstück kleiner geworden war,damit der Inhaber von dem Uebrigen nach Verhältniss der aufge-legten Abgabe steuere. Hieraus, meint Herodot , scheint mir (öoxsslda tioi) die Geometrie entstanden zu sein, die von da nach Hellaskam. Isokrates gibt an-), die Aegypter hätten die Aelteren unterihren I’riestern über die wichtigsten Angelegenheiten gesetzt, dieJüngeren dagegen überredeten sie mit Hintansetzung des Vergnügens,sich mit Sternkunde, Rechenkunst und Geometrie zu beschäftigen,l’laton hat häufig von der Mathematik der Aegypter gesprochen undeinmal 3 ) besonders hervorgehoben, dass bei jenem Volke schon dieKinder in den Messungen unterrichtet würden zur Bestimmung vonLänge, Breite und Tiefe. Eine andere platonische Stelle '), in welchergleichzeitig der Rechenkunst gedacht ist, und einen allgemein ge-haltenen Ausspruch des Aristoteles 5 ) haben wir im vorigen Kapitelunter den Belegen für das hohe Alter ägyptischer Rechenkunst an-geführt. lleron von Alexandria lässt, was Herodot als ihm eigen-thümliche Vermuthung äussert, vielleicht im Hinblick auf eben diesendamals schon seit vierthalb Jahrhunderten verstorbenen Schriftstellerzur alten Ueberlieferung werden"): Die frühste Geometrie beschäftigtsich, wie uns die alte Ueberlieferung lehrt, mit der Messung undVertheilung der Ländereien, woher sie Feldmessung genannt ward.Der Gedanke einer Messung nämlich ward den Aegyptern an dieHand gegeben durch die Ueberschwemmung desNil. Denn viele Grund-stücke, die vor der Flussschwelle offen dalagen, verschwanden beimSteigen des Flusses und kamen erst nach dem Sinken desselben wie-der zum Vorschein, und es war nicht mehr möglich über das Eigen-tlmm eines Jeden zu entscheiden. Dadurch kamen die Aegypter auf. den Gedanken der Messung des vom Eil blossgelegten Landes. Dio-dor stimmt gleichfalls überein. 7 ) Die Aegypter, sagt er, behaupten,von ihnen sei die Erfindung der Buchstabenschrift und die Beobach-tung der Gestirne ausgegangen; ebenso seien von ihnen die Theoreme

>) Herodot II , 109. 2 ) Isokrates, Busiris cap. 9. 5 ) Platon, Gesetzepag. 819. 4 ) Platon, Phaedros pag. 274. 5 ) Aristoteles , Metaphys. I,

1 in fine. B ) Heron Alexandrinus (ed. Hultsch). Berlin , 1864, pag. 138.') Diodor I, 69 und die Ilauptstcllc I, 81.