Die Aegypter. Geometrisches.
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XIX. Dynastie, zeigt dieses ganz deutlich. 1 ) Es wäre tliörig hierinbewusste Anfänge eines Coordinatensystems erkennen zu wollen,aber eben so tliörig wäre es zu verkennen, dass in dieser ausgeprägtenGewohnheit eine geometrische Proportionenlehre so weit ent-halten ist, dass wir den verkleinernden, unter Umständen, wo es umGötterfiguren sich handelte, auch den vergrössernden Maassstab an-gewandt finden. Es kann fast auffallen, dass die Aegypter nichtnoch einen Schritt weitergingen und die Perspektive erfanden.Rekanntlich ist von dieser bei ägyptischen Gemälden keine Spur vor-handen, und mag man religiöse oder was immer sonst für Gründedafür in Anspruch nehmen, immer bleibt geometrisch ausgedrücktdie Thatsache: die Aegypter übten nicht die Kunstfertigkeit die zubemalende Wand als zwischen dem sehenden Auge und dem abzu-bildenden Gegenstände eingeschaltet zu denken und deren Durch-schnittspunkte mit den Sehstrahlen nach jenem Gegenstände durchLinien zu vereinigen.
Wir kehren zu den Figuren geometrischer Art zurück, und zwarzu solchen, bei welchen die Kreislinie vorkommt. Durch Durchmesserin gleiche Kreisausschnitte getheilte Kreise kommen vielfach vor, undzwar ist bei Zierrathen die häufigste Theilung die durch 2 oder 4Durchmesser in 4 oder 8 Theile, während auf Gefässen, welche vonasiatischen Tributpflichtigen Königen der XVIII. Dynastie, etwa denZeitgenossen des Schreibers Alimes, überbracht werden, die Theilungdes Kreises durch 6 Durchmesser in 12 Theile (Figur 9) ausnahms-lose Regel ist. Wagenräder haben insbesondere seitRamses II. aus der XIX. Dynastie fast regelmässig^6 Speichen, und Räder mit 4 Speichen kommenanz selten vor. Eine Theilung des Kreises in 10 gleiche\ y/ Theile durch 5 Durchmesser oder in 5 Theile durch5 vom Mittelpunkte ausgehende Strahlen ist unseremFlg - 0- darnach suchenden Auge nicht begegnet.
Wollen wir über wirklich geometrische Ueberbleibsel in ägypti-scher Sprache, nicht über Zeichungen, aus welchen mehr oder mindergewagte Rückschlüsse auf geometrisches Wissen gezogen werdenmüssen, berichten, so haben wir plötzlich ungemein tief in der Zeit-folge hinabzugreifen bis zu den Inschriften des Tempels desHorus zu Edfu in Oberägypten 2 ), in welchen der Grundbesitz derPriesterschaft dieses Tempels vermessen und angegeben ist. DieTflocklegung dieses Tempels wurde nach alterthümlicher Sitte am