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Kapitel III.
zähle die Sterne, kannst Du sie zählen? Also soll Deine Samewerden.') Ja es wird unter Anwendung desselben Gedankens dieVollführung der unmöglichen Aufgabe nur dein Höchsten Vorbehalten:Er zählet die Sterne und nennet sie alle mit Namen. 2 )
Auch anderswo finden wir, wenn wir Umfrage halten, ausserge-wöhnliche Vielheiten durch die dritte und vierte Einheit des deka-dischen Zahlensystems angedeutet. In China wünscht das Volk, wennes einen Grossen des Reiches leben lässt, ihm 1000 Jahre, währendder dem Kaiser allein zukommende Heilruf sich auf 10 000 Jahre er-streckt. 3 ) Das altslavische Wort tma bedeutete sowohl 10 000 alsdunkel, während es im Russischen nur die letztere Bedeutung nochbehalten hat. 4 )
Jedenfalls gehören Zahlzeichen, mag ihre Anwendung sich er-strecken so weit oder so wenig weit als sie will, zu Zeichen,welche niemals ganz entbehrt werden konnten, welche sicherlich demVolke bekannt gewesen sein müssen, das die betreffende Schrift, hierdie Keilschrift, überhaupt erfand. War dieses, wie man annimmt,das Volk der Sumerier, so musste demnach ihm diejenige Bezeichnungder Zahlen, von der wir gesprochen haben, und die, wie wir noch-mals hervorheben, einen durchaus decimalen Charakter trägt, bekanntgewesen sein. Um so auffallender ist es, dass in sumerischen Schrift-denkmälern, die von eigentlichen Mathematikern und Astronomenherzurühren scheinen, mit der decimalen Schreibweise eine anderewechselt, beruhend auf dem Sexagesimalsysteme.
Es wurde von einem englischen Assyriologen Hincks entdeckt. 5 )ln dem von ihm entzifferten Denkmale handelt es sich darum anzu-geben, wie viele Mondtheile an jedem der 15 Monatstage, dievom beginnenden Mondscheine bis zum Vollmonde verlaufen, be-leuchtet seien. Es seien, heisst es, an diesen 15 Tagen der Reihe
nach sichtbar:
5
10
20
40
1.20
1.36
1.52
CO
2.24
2.40
2.56
3.12
3.28
3.44
4
Hincks erläuterte die räthselhaften Zahlen mit Hilfe der Annahme,die Mondscheibe sei als aus 240 Theilen bestehend gedacht worden,es bedeuteten die weiter nach links gerückten Zeichen für 1, 2, 3, 4je 60 der Einheiten, denen die rechts davon stehenden Zahlen ange-hören, und die Beleuchtungszunahme folge nach Angabe der Tabellean den fünf ersten Tagen einer geometrischen, an den folgendenTagen einer arithmetischen Reihe.
') I. Mose 15, 5. 2 ) Psalm 147, 4. 3 ) De Paravey, Essai surl’origineunique
et lücroghyphique des chiff'res et des lettres de tous les peuples. Paris , 1820, pag. 111.
4 ) Mündliche Mittheilung von II. Schapira. 5 ) E. Hincks in den Transactions
of the B. Jrish Academy. Police Litterature XXII, 0 pag. 406 figg.