Thaies und die älteste griechische Geometrie.
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Glanz und ihre Lichtstrahlen aufgefangen werden würden.“ So derwörtliche Bericht eines Schriftstellers, welcher in seiner Einfachheitsehr glaubwürdig erscheint.') Oflenbar ist in ihm von derselbenSonnentinsterniss die Rede, von der neben Anderen auch Ilerodotweiss, dass Thaies sie den Joniern augesagt hatte mit Vorausbestim-mung des Jahres, in welchem die Umwandlung von Tag in Nachterfolgen sollte. 2 ) Nur im Vorbeigehen bemerken wir, auf die Aus-sage eines unverwerfbaren Fachgelehrten gestützt 3 ), dass in so weitenGrenzen wie die eines Jahres die Verkündigung einer Sonnenfinster-niss unter allen Umständen möglich war. Trat nun gar diese Finster-niss zur Zeit einer Schlacht zwischen Medern und Lydern — wieman jetzt allgemein annimmt am 28. Mai 585 — ein und erhielt da-durch eine gewisse erhöhte historische Bedeutung, so begreift man,wie damit zugleich der Ruhm des Verkündigers unter seinen Lands-leuten steigen musste. Um so glaublicher wird der von der Erzählungder Sonnentinsternissvoraussagung unabhängige Bericht, Thaies habeunter dem Archontat des Damasias (zwischen 585 und 583) den Bei-namen des „Weisen“ erhalten. 4 ) Mit ihm zugleich erhielten den-selben Beinamen bekanntlich noch 6 andere Männer, die uns aberinsgesammt hier gleichgiltig sein können, weil nur eine politischeBedeutung der 7 Männer, eine Staatsweisheit, durch jene ehrende Be-zeichnung anerkannt wurde, worin wir rückwärts eine Bestätigungdafür finden können, dass die Sonnenfinsterniss von 585 und derenVerkündigung erst nachträglich zur Bedeutung wuchs, als die leicht-gläubige Bevölkerung in ihr eine Vorbedeutung erkennen mochte.Wir übergehen Einmengungen in das Staatsleben Milets, welche vonThaies berichtet werden. Wir übergehen die ihm zugeschriebeneuAnsichten über das Weltall und über vorzugsweise astronomischeDinge. Es muss uns genügen, Thaies als der Zeit nach ersten ioni-nischen Naturphilosophen zu kennzeichnen. Wirgelangen zu den mathe-matischen Dingen mit welchen der Name des Thaies in Ver-bindung gebracht wird.
Proklus nennt Thaies , abgesehen von jener dem Mathematiker-Verzeichnisse augehörenden Stelle, viermal. •) Dem alten Thaies gebührt,so lautet die erste Stelle, wie für die Erfindung so vieles Anderen,so auch für die dieses Theorems Dank; er soll nämlich zuerst ge-wusst und gesagt haben, dass die Winkel an der Basis einesgleichschenkligen Dreiecks gleich seien, die gleichen Winkelnach alterthümlicher Ausdrucksweise als ähnliche benennend.
Die zweite Stelle besagt: Dieser Satz lehrt, dass, wenn zwei
') Themistios Orat. XXYT, pag. 317. *) Herodot I, 71. 3 ) Kud.
Wolf, Geschichte der Astronomie. München , 1877, S. 10. 4 ) Diogenes Laer-tius 1, 1. 5 ) Proklus (ed. Friedlein) 250, 299, 352, 157.
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