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Kapitel XVI.
genauen Bestimmung dieses Todesjahres ab, ob Eratostheues bei Erlassdes Ediktes zur Stelle war oder nicht. Aber sei dem, wie da wolle,irgend eine Beziehung zwischen der Schaltjahreinrichtung und derChronologie des Eratosthenes wird nicht wohl von der Hand zu weisensein. Wir machen zugleich darauf aufmerksam, dass von diesermerkwürdigen Thatsache des Vorhandenseins eines ägyptischen Schalt-jahres in der frühen Ptolemäerzeit der Alterthumsforschung vor Auf-findung des Ediktes selbst nicht eine Silbe bekannt war. Nicht dieleiseste Anspielung auf diese jetzt durchaus feststehende bedeutsameReform kommt in uns erhaltenen alexandrinischeu Schriften vor, einWink nicht gar zu viel auf das negative Zeugniss fehlender Belegefür eine an sich wahrscheinliche Vermuthung zu vertrauen.
Lieber alle diese Schriften müssen kurze Andeutungen hier ge-nügen. Bevor wir zum Briefe über die Würfelverdoppelung und da-mit zur mathematischen Seite der Tlnitigkeit des Eratosthenes über-gehen, wollen wir nur eines weiteren Beinamens noch gedenken,unter welchem er mitunter vorkommt. Man nannte ihn nämlichBeta. Die Bedeutung dieses Beinamens ist sehr zweifelhaft. DieEinen wollen, er habe ihn desshalb erhalten, weil er der zweiteVorsteher der grossen Bibliothek gewesen sei. Allein dieses ist eines-theils unrichtig, wenn, wie sonst angenommen wird, Zenodotus dererste, Kallimachus der zweite, Eratosthenes also erst der dritte Vor-steher war, anderntheils ist nirgends eine Spur zu finden, dass Zeno-dotus oder auch Kallimachus etw r a Alpha, oder einer der Nachfolgerdes Eratosthenes Gamma oder Delta genannt worden wäre. AVahr-scheinlicher ist die andere Ableitung, wonach das Wort Beta ihnals zweiten Platon kennzeichnen sollte, oder allgemeiner als denjenigen,der überall den zweiten Rang wenigstens sich zu erobern wusste,wenn der erste Rang auch ehrfurchtsvoll den Altvordern eingeräumtwerden muss. Endlich kommt noch in Betracht, dass Buchstabenals Beinamen, und zwar unter den seltsamsten Begründungen, auchanderweitig bei den Griechen um das .Jahr 200 v. Chr. Vorkommen.So wird ein Astronom Apollonius, der zur Zeit des Königs PtolemäusPhilopator sich mit Untersuchungen beschäftigte und dadurch sichweithin bekannt machte, als Epsilon bezeichnet; denn der Buch-stabe £ sehe der Gestalt des Mondes gleich. *)
Der Brief über die AVür fei Verdoppelung ist von uns be-reits mehrfach benutzt worden. Dem Anfänge desselben entnahmenwir (S. 181) die Geschichte der Entstehung jenes Problems.Als wir von Eudoxus und Menächmus und ihren AYürfelverdoppelungenredeten (S. 210 und 211), bezogen wir uns auf ein Epigramm, 2 ) welches
') I’tolemaeus liephaestio hei Photius cod. CXC. 2 ) Hi 11er in seinerAusgabe der poetischen Fragmente des Eratosthenes hält aus sprachlichen