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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Kapitel XVI.

beigelegt wurde, zusammenfällt oder nicht, steht in Zweifel. DieLebenszeit der Beiden ist allerdings übereinstimmend. Apollonius von Pergä wurde während der Regierung des Ptolemiius Euergetesgeboren und hatte seine Blüthezeit, gleich jenem Astronomen, währendder bis 205 dauernden Regierung des Ptoleinäus Philopator. Einefernere Uehereinstimmung könnte mau darin finden, dass auch vonApollonius von Pergä bekannt ist, dass er mit Sternkunde sieh be-schäftigte. Wenigstens geht die beste Lesart einer Stelle des1. Kapitels des XI1. Buches des ptolemäischen Almagestes dahin, dassApollonius von Pergä über den Stillstand und die rückläufige Be-wegung der Planeten geschrieben habe, und sie mit llilfe derEpicyklen zu erklären suchte. Ein freilich nur negativer Gegengrundliegt darin, dass Ptoleinäus von den Untersuchungen über den Mondgar Nichts sagt, welche doch grade die vorzüglichste Leistung desApollonius Epsilon gebildet haben müssen.

Von den Lebensverhältnissen des Apollonius von Pergä ist Nichtsweiter bekannt, als dass er schon als Jüngling nach Alexandria kam,wo er seine mathematische Bildung von den Nachfolgern des Eukliderhielt. Ein bestimmter Lehrer wird nicht genannt. Später ist einAufenthalt in Pergamum gesichert, wo Apollonius einem gewissenEudemus befreundet war, welchem er mit Wachrufung der Erinne-rung an jenes Zusammenleben sein Hauptwerk, die acht Bücherder Kegelschnitte, xavixci, widmete.

Zeitgenossen und Nachkommen bewunderten dieses Werk undehrten dessen Verfasser durch den Beinamen des grossen Mathe-matikers. So erzählt ausdrücklich Geminus, dessen Bericht Eutokiusin seinem Commentare zu den 4 ersten Büchern der Kegelschnittedes Apollonius uns aufbewahrt hat. 1 ) Eutokius will damit den Un-gruud des Vorwurfes darlegen, welchen Heraklides, der Biograph desArchimed (S. 253) gegen Apollonius ausspricht, als habe derselbenur einen literarischen Raub au noch unveröffentlicht gebliebenenSchriften des Archimed begangen. Mit gleichem Rechte lässt derBericht des Geminus sich gegen die früher (S. 248) erwähnte Be-hauptung des Pappus verwerthen, als stützten sich die vier erstenBücher des Apollonius wesentlich auf die Kegelschnitte des Euklid . 2 )Apollonius wird gewiss so wenig wie ein Schriftsteller irgend einerZeit und irgend eines Volksstammes versäumt haben die Vorarbeitenauf dem Gebiete, welches er zu behandeln wünschte, kennen zulernen. Er wird sicherlich von den Vorarbeiten, insbesondere wennsie von einem Euklid, einem Archimed herrührten, Vortheil gezogenhaben; er sagt auch nirgend in seinen Schriften, dass das Ganze

') Apollonius , Conica (ed. llalley) 9. 2 ) Pappus, VII Prooemium (ed.Ruitsch) 672.