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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Kapitel XX.

ilurch erlangt-, dass in ihnen Namen Vorkommen, dass also die Trägerdieser Namen, beziehungsweise die Erfinder krummer Linien, welcheGeminus nennt, früher als er gelebt haben müssen, dass seinegenau ermittelte Lebenszeit daher eine untere Grenze für die Andererbildet.

Um so nothwendiger ist es in dieser Ermittelung jeden Zweifelauszusehliessen. Man hat die Zeit, zu welcher Geminus schrieb,regelmässig dem 6. Kapitel seiner Einleitung in die Astronomie ent-nommen. Dort heisst es:' ) Die Griechen nehmen auf die Aegypterund Eudoxus sich stützend an, das Isisfest treffe mit dem kürzestenTage überein. Das ist vor 120 Jahren einmal so gewesen, aber alle4 Jahre verschiebt sich die Uebereinstimmung um 1 Tag und beträgtjetzt einen Monat.

Der Nutzen, welcher aus dieser Angabe zu ziehen sein kann,ist augenscheinlich. Weiss man, wann das Fest der Isis nach ägyp-tischem Kalender stattfand, weiss man ferner, wann das betreffendeägyptische Datum genau auf das Wintersolstitium fiel, so hat manvon dein so gewonnenen Jahre nur 120 Jahre weiter zu zählen, umzu der Zeit zu gelangen, zu welcher Geminus seine Einleitung in dieAstronomie verfasste. Diese Rechnung hat man angestellt und istzu zwei sehr von einander abweichenden Ergebnissen gekommen.Ein gelehrter Chronologe, Mitglied des Jesuitenordens am Anfängedes XVII. S., Denis Detail, 2 ) hat in dem Isisfeste die Feier der Auf-findung des Osiris erkannt, welche in Aegypten vom 17. bis zum20. Athyr begangen wurde. Diese Feier, d. h. der 17. Athyr, fiel197 auf das Wintersolstitium und die Abfassung der Einleitung indie Astronomie 120 Jahre später auf 77 v. Chr. Dagegen hat amEnde des XVII. S. ein anderer Gelehrter, Bonjour, folgende An-sicht begründet. 3 ) Nach römischer Ueberlieferung ist ein Isisfest vom1. bis zum 5. Athyr gefeiert worden; der 1. Athyr fiel 257 auf dasWintersolstitium, und somit geben 120 Jahre weiter die Jahreszahl137, in welcher Geminus geschrieben haben muss. Mit davon ver-schiedenen Gründen ist ein späterer Forscher gleichfalls zu dem Jahre140 gekommen, auf welches die Blüthe des Geminus zu setzen sei. 1 )

') Unsere Uebersetzung ist nicht wörtlich, kürzt vielmehr die Stelle wesent-lich ohne jedoch den Sinn zu verändern. Vergl. ed. Halma pag. 43. *)Peta-vius, De doctrina temporum (Paris , 1627), Lib. II, cap. 6, § 4 und desselbenVerfassers Uranölogion sive systema variorum autorum qui de sphaera ac sideri-bus eorum motibus graece commentati sunt (Paris , 1630) in den Anmerkungen zuder dort abgedruckten Schrift des Geminus - an dem betreffenden Orte. 3 ) Bon-jour, De nomine Josephi a Pharaone imposito. Rom , 1696. Vergl. eine Be-sprechung dieses Buches von lleinr. Pipping in den Acta Eruditorum für 1697,pag. 6 sqq. 4 ) H. Brandes, Ueber das Zeitalter des Astronomen Geminus unddes Geographen Eudoxus in den Jahn’schen Jahrbüchern XIII, SupplementS. 199—230, besonders 219.