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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
Entstehung
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Kapitel XX.

ersteren Annahme würde das Edikt von Kanopus vom 7. März 238die 12t) Jahre unterbrochen und vermöge der in ihm angeordnetenEinrichtung des Schaltjahres, so lange oder so kurz es in Giltigkeitwar, die SOtägige Verschiebung des Isisfestes binnen 120 Jahren zueiner Unwahrheit gemacht haben. Rechnet man dagegen jene 120 .Jahre von 197 an, so ist dem nicht so. Man hat vielmehr alsdanneine Grenze gewonnen,' wie lange das Edikt von Kanopus, yonwelchem man ohnedies weiss, dass es in Vergessenheit gerieth, wirk-sam gewesen sein kann: von 238 an höchstens durch 40Jahre hindurch.

Wer Geminus war, ist nicht bekannt. Der Name besitzt einenentschieden römischen Klang, und wenn auch die RechtschreibungrepZvog, deren Proklus wie Pappus sich bedient, der römischen Aus-sprache widerspricht, so kann eine Ausgleichung darin gefundenwerden, dass Simplicius den Ton auf die erste Silbe, rsfiiv og, legt,Man hat demzufolge in Geminus wohl den Freigelassenen eines edelnRömers erkennen wollen.

Das mathematische Hauptwerk des Geminus kann vielleicht denTitel: Ueber die Anordnung der Mathematik geführt haben. 1 ) Vondessen Inhalt haben wir in negativer Weise behauptet, er sei nichtwesentlich geschichtlich gewesen. Proklus entnimmt ihm gern dieEntscheidung, wo es sich um Streitfragen mehr allgemein logischerals mathematischer Natur handelt, um geometrische Erklärungen,Grundsätze und dergleichen. Eine einzige geometrische Entdeckungdes Geminus kennen wir aus Proklus: 2 ) „Unter den auf Körpernconstruirten Linien sind die einen in ihren Theilen gleich und ähnlichwie die cylindrischeu Schraubenlinien, andere dagegen nicht, nämlichalle übrigen. Es ergibt sich nun aus diesen Unterschieden, dass eshur drei Linien gibt, welche in allen ihren Theilen gleich und ähn-lich sind, die Gerade, der Kreis und die cylindrische Schraubenlinie,von denen zwei ganz in der Ebene liegende einfache sind, eine abereine gemischte ist und auf einem Körper liegt. Auch dies beweistganz klar Geminus, indem er noch hinzufügt, dass wenn au einesolche in allen Theilen gleich und ähnliche Linie von einem Punkteaus zwei Gerade gezogen werden, die mit ihr gleiche Winkel bilden,diese Geraden einander gleich sind.“

Muthmasslich darf als mit Geminus annähernd gleichaltrig Tlieo-dosius von Tripolis 3 ) genannt werden. Wenigstens kommt der

*) Pappus VIII, 3 (ed. Hultsch) 1026 heisst es: rtjxtvog o fia&rjfiaziKdgtv x(o 7i£Qi zyjg rcov (la&rjfxdzcov zdfcftng. 2 ) Proklus (ed. Friedlein) 112 -113.Bretschneider 177. 3 ) Vergl. Fabricius, Bibliothcca Graeca (edit. Harless)

IV, 21. Die Spbärik ist griechisch mit lateinischer Uebersetzung von Pena(Paris, 1558) herausgegeben. Eine deutsche Uebersetzung von Ernst Nizze.Stralsund , 1826. Von eben demselben eine griechischeTextausgabe mit lateinischerUebersetzung. Berlin , 1852.