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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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Kapitel XXVIII.

seit der Mitte des VI. S. v. Clir. Rasch um sich greifend nach müh-seligen Anfängen wurde der Buddhismus durch den König Ayoka amBeginn des 111. S. zur Staatsreligion erhoben, und diese herrschendeStellung besass er auch noch zur Zeit des Königs Kanishka um50 v. (Jhr., eines zweiten indischen Fürsten von in der Erinnerungder Nachkommen sich fast sagenhaft mehrendem Ruhme. Um dieZeit von Christi Geburt etwa gelang es dem Brahmanismus in denLändern westlich vom Ganges wieder die Oberhand zu gewinnen,während der Buddhismus weiter nach Asien siegreich fortschritt, be-ziehungsweise sich dort erhielt.

Der Buddhismus war ebenso schreibselig wie der alte Brahmanis-mus .der schriftlichen Arbeit abgeneigt. Eine reiche buddhistischeLiteratur hatte sich erzeugt, aber der neu erwachende Brahmanismusvertilgte schonungslos, wessen er nur habhaft werden konnte, unddas bot eine neue Veranlassung, die Sanskritsprache in Indien selbstzur Unverständlichkeit zu bringen. Sie behielt nur noch das Wesenund den Charakter einer heiligen Sprache, als solche allen höherenZwecken dienstbar. Religion und Wissenschaft waren an sie ge-knüpft, und auch was wir von der Mathematik der Inder wissen, istaus Sanskrittexten geschöpft, wenn nicht aus Schriftstellern andererVölker erschlossen.

Ein Verkehr Indiens mit dem Westen wie mit dem Osten istnämlich für fast alle Zeiten von den ältesten an gesichert. Sind esinsbesondere sprachliche Gründe, welche für die allerältesten Zeitenden Ausschlag geben müssen, so treten bestimmte Ueberlieferungenseit dem IV. S. v. Ohr. bestätigend hinzu. Nach dem Alexanderzugeentstanden dicht an den Grenzen Indiens griechische Königreiche,welche Verbindungen mit dem Mutterlande ununterbrochen aufrechterhielten, und mittels deren herüber und hinüber auch V\ issenschaftund wissenschaftliche Berufstlnitigkeit in Austausch treten mussten.Kanishka, den wir vorher erwähnten, schloss ein Bündniss mit demTriumvirn Marcus Antonius , und von seinen Truppen befanden sichunter den Geschlagenen bei Aktium. Indische Gesandtschaften er-schienen, wie wir in dem griechischer Entwicklung gewidmeten Ab-schnitte (S. 689) zu erwägen gaben, an dem Kaiserhofe in Rom wiespäter in Byzanz. Augustus, Claudius und Trajan, Constantinus undJulian durften die aus dem fernen Osten kommenden Botschafter be-griissen. Und keineswegs weniger gesichert ist der Verkehr zwischenIndien und der Ostküste Aegyptens über das indische Meer hin. lnden beiden Jahrhunderten, welche zwischen der Regierung Trajansund dem Jahre 6U0 liegen, scheint insbesondere der Handel auf dieserdurch Passatwinde begünstigten Wasserstrasse stetig an Ausdehnunggewonnen zu haben, so dass eine Schwierigkeit die Art und Weiseder Uebertraguug zu erklären keineswegs besteht für den F.all, dass