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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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507
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Einleitendes. Elementare Rechenkunst. 507

indische Bildvuigselemeiite in griechischen, griechische in indischenWerken sich naehweiseu Hessen . Beides ist aber der Fall.

Philosophie und Theologie der alexandrinischen Neuplatonikerund (inostiker haben indische Gedanken sicli angeeignet. Dass auchumgekehrt indische Literatur vielfach von griechischen Quellen zeuge,ist eineTliatsache, welche gegenwärtig wohl von keinem Sanskritologenmehr in schrotte Abrede gestellt wird. Nur über den Grad der Be-einflussung, stellenweise über die Richtung derselben findet ein Zwie-spalt statt, da ja an und für sich betrachtet Dinge, die an zweiOrten gefunden werden, falls man an ein selbständiges doppeltes Auf-treten aus diesem oder jenem Grunde zu glauben nicht geneigt ist,eben so leicht von dem östlichen Fundorte nach dem westlichengelangt sein können als umgekehrt.

Wir werden nunmehr prüfen müssen, welcherlei mathematischesWissen bei den Indern sich naehweiseu lässt, und wie sich dasselbezur griechischen Wissenschaft verhält.

Eins schicken wir voraus: die Form indischer Mittheilung darfuns, wenn sie von der griechischen noch so weit abweicht, nicht alsBeweis der Selbständigkeit derer gelten, die sich ihrer bedienten.Ein arabischer Schriftsteller, Albyruny, hat am Anfänge des XI. S.die Erfahrung gemacht, dass Auszüge aus Euklid und Ptolemäus ,welche er indischen Gelehrten mittheilte, von diesen sofort in Verseso dunkeln Verständnisses umgesetzt wurden, dass er kaum mehrwiedererkannte, was er selbst sie gelehrt hatte. 1 ) Nicht viel andersscheint das Verhältniss der indischen Heilkünstler des Mittelalters zuHippokrates aufzufassen. 2 )

Wir haben von dunkeln Versen gesprochen. Es ist das einebesondere Eigenthümlichkeit indischer Gelehrten, dass sie wissen-schaftliche Werke in Versen zu verfassen liebten. Es hängt dasoffenbar mit der brahmanischen Neigung zusammen dem Gedächtnisse .zu vertrauen und Aufzeichnungen zu vermeiden. Nicht unwichtigeFolgen ergeben sich aber daraus. Einmal ist die indische Prosodieeine auf sehr feste Regeln gegründete, so dass Irrthiimer in einemalten Texte unter Umständen ausser aus dem Sinne auch aus holpern-dem A’ersmaasse erkannt werden können. Zweitens aber hat, wiewir schon sagten, die Vers form häufig Dunkelheit erzeugt und sodie Nöthigung zu ausführlichen Erklärungen der für die Schüler fastunverständlichen Schriften mit sich getragen, Erklärungen, die selbstdazu dienen den älteren Text in unzweifelhafter Reinheit zu be-wahren, weil sie fortlaufende Commentare bilden, Wort für Wortdes Textes wiederholen, zur Sache selbst aber meistens recht

') Reinaud, Memoire sur l’Inde pag. 384, Anmerkung 2. J ) E. Haas inder Zeitschr. der deutscli-morgenliindischen Gesellsch. XXXI, 647—666.