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Kapitel XXXI.
wieder verloren gegangen ist. 1 ) Aus den beiden Grundzahlen 12und 10 vereinigt soll nun die Zahl 60 jener Jalirescyklen entstandensein. Jedes der 60 Jahre hat seinen besonderen Namen, das erstekia, das zweite tsö u. s. w. wesshalb der ganze Cyklus kiä tse ge-nannt wird. Die auf einander folgenden Namen dieser Jahre weissjeder Chinese auswendig, und er sagt daher über sein Alter befragtohne Weiteres: ich bin in dem so und so genannten Jahre desgegenwärtigen oder des vergangenen, des vorvergangenen Cyklusgeboren. Eine anderweitige Anwendung dieser Namen bietet dieGeometrie, indem die einzelnen Punkte einer Figur durch sie unter-schieden werden, in derselben Weise wie Griechen und Römer esdurch die Buchstaben ihres Alphabetes zu erreichen wussten.
Wir haben ferner vom Rechenbrette swän pan gesprochen. 2 )Von demselben handelt der swän fä tüng tsüng in 6 Bänden von je2 Büchern. Der Swän pän besteht aus in einen Rahmen ein-gespannten Drähten, welche insgesammt durch einen Querdraht inzwei Abteilungen zerfallen, deren kleinere 2, deren grössere 5 Kugelnträgt, also abgesehen von einer sehr überflüssigen Kugel in jedereinzelnen Abtheilung genau in der Weise hergerichtet sind, wie wil-den Abacus der Römer (S. 448) beschrieben haben. Die meistenSwän paus besitzen 10 Drähte. Es soll auch solche von 15 undmehr Drähten geben. Einem Zeichnungsfehler dürfen wir es viel-leicht zuschreiben, wenn eine Abbildung nur 9 Drähte aufweist 3 ),während wir allerdings selbst der Ausnahmsbildung eines echtchinesischen Swän pän mit 11 Drähten begegnet sind.') Wie aus-nahmslos die Chinesen sich ihres Swänpän bedienten, ist schon dar-aus zu entnehmen, dass in den Lehrbüchern der eigentlichen Rechen-kunst über Addition und Subtraktion gar keine Vorschriften gegebensind, 5 ) doch wohl nur weil man diese Rechnungsarten mit der Handund nicht im Kopfe auszuführen gewohnt war. Für das Multiplicirenund Dividiren sind dagegen Regeln vorhanden. Ersteres beginnt beider Vervielfachung der grössten Zahlentheile, letztere wird durchwiederholte Subtraktion ausgeführt.
Da auch unter lluäng ti die Anwendung der Schrift auf arith-metische Dinge uns erwähnt wird, so müssen wir hier von derZahlen schrei bun g bei den Chinesen reden. Wir dürfen dabeiwohl zweierlei als bekannt voraussetzen: erstens dass die chinesische Sprache der Beugungsformen durchaus entbehrt, so dass alle syntakti-
’) Perny I, 107. 2 ) Abbildungen desselben bei Duhalde, Ausführliche
Beschreibung des chinesischen Reiches und der grossen Tartarci, übersetztvon Mosheim. Rostock , 1747, Bd. III, S. 350 und bei Perny I, 108. 3 ) Terny I,109 und 110. 4 ) Das 11 driihtige Exemplar gehörte 1862 der ethnographischenSammlung des Missionshauses in Basel an. 5 ) Biernatzki S. 72.