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Kapitel XXXI.
sich die^Zahlwörter in der Tliat so, wie es eben angedeutet wurde(die Zahlzeichen und Beispiele vergleiche auf der am Schlüsse desBandes beigefügten Tafel). Es gibt allerdings Wörter und Zeichen,welche noch weit über 10 000, ja über das multiplikativ herstellbare10 000 mal 10 000 sich erheben — wir haben vorher in IO 53 einüberzeugendes Beispiel davon kennen gelernt — aber eben jenes Bei-spiel mit seinem Ursprungszeugnisse an der Stirne lässt vermuthen,was berichtet wird, dass die altchinesische Gewohnheit nicht über10 000 als höchste einfache Rangordnung sich erhob. Eine Be-stätigung liefert die früher von uns (S. 72) erwähnte Unterscheidungdes Heilrufes, der einem Grossen des Reiches noch 1000, dem Kaisernoch 10 000 Jahre wünscht.
Ausser den Zahlzeichen, von deren Benutzung wir bisher ge-sprochen haben, und welche die altchinesischen heissen mögen,gibt es merkwürdiger Weise noch mehrere andere Schreibarten. Wirmeinen nicht eine officielle verschnörkelte Form, welche zur Ver-hinderung von Fälschungen in öffentlichen Aktenstücken mit Vor-liebe angewandt wird, noch eine cursive flüchtigere Form, in welcherdie Gestaltung der einzelnen Zeichen sich mehr und mehr verwischthat; diese Zeichen sind beide nur als das aufzufassen, als was wirsie benannten, als Formverschiedenheiten. Wir meinen dagegenZahlenauschreibungen, welche einem ganz anderen Grundgedankenfolgen, und zwar unter Benutzung von selbst zweierlei Zeichen, welchewir Kaufmannsziffern und wissenschaftliche Ziffern nennenwollen, und deren Form gleichfalls auf der Tafel am Schlüsse desBandes zu vergleichen ist. Die Kaufmannsziffern wie die wissen-schaftlichen Ziffern werden horizontal neben einander «feschriebenin derselben Richtung wie die indischen Ziffern, also so dass diehöchste Ordnung am weitesten links erscheint. Die Kaufmanns-ziffern an Form den altchinesischen nahe verwandt sollen nie ge-druckt erscheinen, 1 ) sondern nur im täglichen Gebrauche des Lebensihre Anwendung linden. Die multiplikative Ziffer, welche also an-gibt, wie viele Zehner, wie viele Hunderter u. s. w. gemeint sind,tritt nur äusserst selten links von dem Zeichen der betreffendenEinheit auf, daun nämlich wenn keine Einheiten von anderer Ord-nung Vorkommen also z. B. wenn 3000 oder 400 geschrieben werdensoll. Sonst werden die Kangzift'ern und Werthziffern in zwei Zeilenüber einander geschrieben, jene in der unteren, diese in der oberenZeile, bis auf die Einer, welche wegen nicht vorhandenen Rang-zeichens in die untere Zeile hinabrücken. Eine zweite und nochwichtigere Eigentümlichkeit dieser Kaufmannsziflern besteht in dem
') Ed. Biot, Sur Ja connaissance que les Ctiinois ont eu de Ja vuleur dePosition des chiffres im Journal Asiatique vom December 1839, pag. 497 — 502.