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Erster Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr.
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579
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Die Mathematik der Chinesen. 579

Der Teheou pei oder tcheou pei swau king, d. h. heiliges Buch(kiug) der Rechnung (swan), welches genannt ist Beobachtungs-stange (pei) im Kreise (tcheou), besteht aus zwei Theilen, welchesich scharf unterscheiden lassen. Im ersten wie im zweiten Theilewird zwischen zwei Männern, von denen der Eine den Lehrer, derAndere den Schüler darstellt, ein wissenschaftliches Gespräch geführt,welches auf den Schattenzeiger sich bezieht. Aber die beiden Rednerwechseln. Im ersten Theile sind es Tcheou kong und der GelehrteSchang kao, und sie beziehen sich auf die Kenntnisse, welche KaiserFü hf und der nicht minder sagenberülnnte Kaiser Yu besessenhaben. Im zweiten Theile wird ein Yung fang von einem Tchiutsoe unterrichtet. Die Redner des I. Theils sind Persönlichkeitenaus dem Anfänge der Tcheou Dynastie, welche um 11<X) v. dir. ge-lebt haben sollen. Die Redner des II. Theils kennt man nicht, dochist hier ein Citat aus lu sclii tschun tsieou des Lu pu oei vorhanden, 1 )welcher Letztere bekannt ist als Minister des Kaisers Tsin sehehuäug ty des Bücherverbrenners, also um 213 v. dir. lebte. Dreiältere Commentatoren werden für beide Theile genannt, derenältester Tcliao kun liiang von den Einen in die Dynastie der öst-lichen llan etwa auf 200 n. dir., von den Anderen erst in dieDynastie der Tsin im IV. S. gesetzt wird. Was man von denCommentatoren und von dem auf die Tcheou Dynastie zurtick-geführten Alter des 1. Theiles weiss — von dem II. Theile wird ohnegenau bestimmte Zeitangabe nur gesagt, er sei jünger als der I. —stammt aus einer Vorrede, welche 1213 n. dir. unter der DynastieSung verfasst worden ist. In einem anderen Werke wird fernernoch berichtet,-) der Tcheou pei sei unter der Dynastie Thang,dann wieder unter der Dynastie >Suiig ,,einer Durchsicht“ unter-worfen worden. Was man aber unter Durchsicht zu verstehenhabe, geht daraus hervor, dass zugestanden wird, man habebei der letzten 120 Zeichen, mithin Wörter, verändert und 00 weg-gelassen.

Fassen wir diese Angaben zusammen, so steht freilich die heutigeGestalt des Werkes nur in einem Alter von noch nicht 7 Jahrhun-derten fest. Nimmt mau an, es seien damals und früher unter denThang wirklich nur unwesentliche Verbesserungen getroffen wordenund die Commentatoren seien richtig datirt, so kommt man aufjlieZeit zwischen 213 v. Ohr. und etwa 300 n. Chr., innerhalb welcherder II. Tlieil entstanden sein müsste, ohne dass irgend eine Nüthigungvorläge sich der früheren Grenze mehr zu nähern als der späteren.Mau könnte also z. B. eine Gleichzeitigkeit des II. Theils mit jenemLieou hin annehmen, welcher den Tcheou ly gefälscht haben soll.

*) Tcheou pei pag. 616. s ) Tcheou pei pag. 597.

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